Keine Hinweise auf ablehnende Haltung

Iserlohn. (tp)Die Bezirksregierung steht der Errichtung einer zweiten Gesamtschule in Iserlohn keinesfalls negativ gegenüber. Dies ist die Kern-Botschaft eines Gesprächs, das Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens und Landtagsabgeordneter Michael Scheffler jetzt in Arnsberg mit einem Vertreter des dortigen Schul-Resorts geführt haben.

„Von einer ablehnenden Haltung war nichts zu spüren. Im Gegenteil: Die Bezirksregierung ist an einem vernünftigen und offenen Dialog interessiert, damit das Verfahren zu einem Erfolg geführt werden kann“, berichtet Abgeordneter Scheffler im Gespräch mit unserer Zeitung.

Voraussetzung für die zweite Gesamtschule auf Iserlohner Boden bleibt indes eine entsprechende Platznachfrage. Während gegenwärtig die Trendbefragung bei den Eltern aller Drittklässler läuft, gibt sich Scheffler „sehr optimistisch“, dass der Bedarf vorhanden sei, zumal in der Vergangenheit reihenweise Schüler am Standort Nußberg aus Kapazitätsgründen abgelehnt werden mussten. Auch an der neuen Gesamtschule in Hemer gebe es bereits Ablehnungen. Sollte die Trendabfrage zu einem positiven Ergebnis für die Gesamtschul-Befürworter kommen, fordere die Bezirksregierung von der Stadt, ein förmliches Anmeldeverfahren einzuleiten. Gründe, dass die zweite Gesamtschule von der Bezirksregierung abgelehnt werden könnte, erkennt Scheffler hingegen nicht, zumal sich Iserlohn - im Gegensatz zu zahlreichen anderen Städten - nicht in der Haushaltssicherung befinde.

Ähnliche Rückschlüsse wie der Landtagsabgeordnete zieht Bürgermeister Dr. Ahrens aus dem Informationsgespräch. „Die Bezirksregierung hält unseren Ansatz, statt einer sechszügigen Gesamtschule zwei vierzügige Gesamtschulen zur Bedarfsdeckung vorzuhalten, für durchaus nachvollziehbar“, so Ahrens. Nicht nachvollziehbar sei für die Genehmigungsbehörde der Ansatz, insgesamt zehn Oberstufenzüge einrichten zu wollen. Eine Position, die auch der Bürgermeister teilt: „Zwei vierzügige Oberstufen halte ich für absolut ausreichend, zumal hinsichtlich der Differenzierung in der Sekundarstufe II auch die Kooperation von Gesamtschulen mit den Gymnasien und den Berufskollegs möglich wäre.“ Noch nicht festlegen will sich Dr. Ahrens bezüglich des Standorts, sollte denn der Elternwille die zweite Gesamtschule fordern. Mitentscheidend seien in dieser Frage letztlich die entstehenden Kosten und die Nachfrage am Standort Hennen. Sollte die Umnutzung der bisherigen Hauptschule astronomische Investitionen erfordern, müsse auch die Möglichkeit bestehen, über einen alternativen Standort nachzudenken, zumal auch die Auswirkungen einer zweiten Gesamtschule auf andere Schulformen nicht außer Acht gelassen werden dürften.

 
 

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