Katz und Maus in katastrophalen Dimensionen

Bei der Premiere der Volksbühne Höchsten mit dem Stück „Zu früh getraut“ ging es hoch her.
Bei der Premiere der Volksbühne Höchsten mit dem Stück „Zu früh getraut“ ging es hoch her.
Foto: IKZ
Die Volksbühne Höchsten bietet mit „Zu früh getraut“ im Haus Dröge-Adria eine großartige Inszenierung.

Kalthof.  Es war der taube Hamster. Mit dem Tintenfisch. Und einer Nonne. Die zweimal verheiratet war, wodurch man gleichermaßen Geschwister und Cousin sein kann. Diese auf den ersten Blick eher verwirrenden Zusammenhänge werden auch beim zweiten Hinsehen nicht unbedingt sinnvoller – und genau das ist die Stärke des großartig inszenierten und gespielten Stücks „Zu früh getraut“ von Klaus Mitschke. Zu sehen war und ist es im Haus Dröge-Adria in Leckingsen - am vergangenen Samstagabend feierte das Stück mit der Volksbühne Höchsten vor gut 130 Zuschauern Premiere.

Erwachen nach wildem Junggesellen-Abend

Der Start war zunächst sehr entspannt. Die Volksbühne Höchsten schickt mit Bernd Peters den Noch-Junggesellen David auf die Bühne. Dieser erwacht nach einem offensichtlich wilden Junggesellen-Abend in seinem verwüsteten Appartement und freut sich darauf, am nächsten Tag seine von Claudia Pohl gespielte Vanessa zu heiraten. Dumm nur, dass auf einmal Flo (Sandra Hellweg) leicht bekleidet aus seinem Schlafzimmer kommt – als dann sein guter Kumpel Ian (Ralf Führer) auch noch eine vom Friedensrichter (unglaublich lässig: Sebastian Müermann) unterschriebene Hochzeitsurkunde findet, ist das Chaos komplett.

Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem weder Davids Vater Martin (Peter Passgang) noch Vanessas Mutter Mrs. Wellington (Angelika Bien) herausfinden dürfen, was gerade die aktuelle Lage ist. Dass bei dieser Gelegenheit zahlreiche wirre Ausreden entstehen, die in Kombination noch katastrophalere Dimensionen annehmen, ist vorprogrammiert. Außenstehende, etwa Flos Mutter Mrs. Taylor (Ingeborg Kubat), verstehen auf einmal die Welt nicht mehr.

Dass diese beeindruckende Boulevard-Komödie ausschließlich von Laien-Schauspielern in ihrer Freizeit -trotz beruflicher und familiärer Verpflichtungen - auf die Bühne gebracht wurde, ist kaum zu glauben. Dazu kommt ein tolles Bühnenbild, die starken Dialoge und die großartige Inszenierung, gepaart mit bemerkenswerter Gestik und Mimik, überzeugen ebenfalls. Das verdient wirklich Respekt.

 
 

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