Jazz-Szene trauert um ihren Initiator

Karlheinz Klüter starb im Alter von 78 Jahren in seiner Wahlheimat Bodrum in der Türkei nach langer Krankheit.
Karlheinz Klüter starb im Alter von 78 Jahren in seiner Wahlheimat Bodrum in der Türkei nach langer Krankheit.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Der bekannte Jazzfotograf und langjährige Geschäftsführer des Iserlohner Hot Clubs Karlheinz Klüter verstarb Ende Februar in seiner Wahlheimat Bodrum in der Türkei. Er führte dort mit seiner türkischen Frau Pina ein erfolgreiches Unternehmen, das komfortable Mittelmeerkreuzfahrten mit Segelboten durchführte (der IKZ berichtete 2012 ausführlich über Karlheinz Klüter und seinen Kreuzfahrtgast Thomas Gottschalk).

Der 1935 in Iserlohn geborene Karlheinz Klüter entdeckte schon mit 16 Jahren sein Herz für die Jazzmusik und organisierte bereits als Schüler das erste Jazzkonzert am Wallram-Gymnasium in Menden. 1970 war er einer der Gründer des jährlichen Jazzfestivals auf Burg Altena. Auch das Festival in der Balver Höhle stand von Beginn an bis 1984 unter seiner Leitung. Von 1976 bis 1981 war er Geschäftsführer des Hot Clubs. Auf seine Initiative geht die Eröffnung des ersten „Henkelmann“, damals noch an der Friedrichstraße, im Jahre 1977 zurück. Er holte viele der Weltstars des Jazz nach Iserlohn, erinnert sich sein Wegbegleiter Hartmut Tripp an Auftritte von Elvin Jones, Peter Herbolzheimer, Gary Burton, die Newport All Stars und Wilton Gaynair. Seinem Organisationstalent und seinen Kontakten ist es zu verdanken, dass in Iserlohn allwöchentlich Jazzveranstaltungen stattfanden, weiß Hartmut Tripp. Karlheinz Klüter verschaffte der Iserlohner Jazzszene ein großes nationales und internationales Renommee. Der Hot Club entwickelte sich in dieser Zeit vom „Musikertreff“ zum Veranstaltungsverein.

Seine Begeisterung für den Jazz zeigt sich auch in seinem fotografischen Werk. Seine Jazzfotos, häufig im Iserlohner Jazzclub aufgenommen, sind nach wie vor in der nationalen und internationalen Fachpresse begehrt. Zuletzt stellte er sie in Iserlohn im Jahr 2007 gemeinsam mit Hans H. Schneider in der Städtischen Galerie aus: „Jazzfotografie – Jazz in Iserlohn“. Seine Kreativität und sein vielseitiges Talent führten schon früh zur Gründung des Plattenlabels JG (Jazzgroove), eine Schallplattenreihe, die heute unter Sammlern sehr begehrt ist. Die erste Edition war eine EP, aufgenommen 1969 mit dem Wolf Escher Quintett. Bei dieser Gruppe saß übrigens der Iserlohner Werner Geck am Piano.

Ständig reizte ihn als Multitalent das Neue. Nicht nur beim Jazz, auch im eigenen Leben. Erstaunen, ja Entsetzen, bei den Iserlohner Jazzfreunden, als Karlheinz Klüter 1983 seinen Wohnsitz ans Mittelmeer verlegte und dort nun sein Boot und das Segeln zum Lebensmittelpunkt machte. „Der Jazz in Iserlohn verliert mit ihm einen wichtigen Freund, Initiator und Begleiter, ohne dessen Weitsicht der Hot Club wohl kaum bis heute überlebt hätte“, erklärte sein langjähriger Wegbegleiter Werner Geck.

 
 

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