Ist ein Durchstich am Ende der Durchbruch?

Zahlreiche Gäste besuchten den Jahresempfang der Vereinsgemeinschaft Kalthof-Leckingsen-Refflingsen
Zahlreiche Gäste besuchten den Jahresempfang der Vereinsgemeinschaft Kalthof-Leckingsen-Refflingsen
Foto: Josef Wronski/IKZ

Kalthof..  Die Anwohner in Kalthof und anderen Ortsteilen, deren Internet-Anbindung noch aus Tagen der Einführung des weltweiten Netzes zu stammen scheint, dürfen darauf hoffen, in nicht allzu ferner Zukunft mit deutlich mehr Tempo surfen zu können. „Ich bin guter Dinge, dass wir bald eine Lösung präsentieren können“, versprühte Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens am Sonntagmittag beim Jahresempfang der Vereinsgemeinschaft Kalthof-Leckingsen-Refflingsen im Haus Dröge-Adria Zuversicht, dass die Verbindungsprobleme nach dem im Dezember erfolgten Beitritt des Märkischen Kreises zur Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen (TGS) bald der Vergangenheit angehören. Die TGS war beim Aufbau von Hochleistungsnetzen, die per Funk arbeiten, bereits in anderen Kreisen aktiv und erfolgreich. Kein gutes Zeugnis stellte der Bürgermeister hingegen der Telekom aus. Das börsennotierte Unternehmen habe auf Anfragen aus dem Rathaus eindeutig mitgeteilt, kein Interesse an der Verbesserung der Infrastruktur in schwach besiedelten Räumen zu haben.

Mit der Deutschen Bahn muss derweil ein anderes Schwergewicht ins Boot geholt werden, um eine der größten Sorgen der Kalthofer endlich zu beseitigen. Die Unterführung an der Leckingser Straße gilt als höchst gefährlich für Fußgänger - und dabei insbesondere für Kinder auf dem Weg zur Grundschule. Da die Bezirksregierung zuständig ist für die Kreisstraße, scheiterten bislang alle Initiativen der Kommune, in dem Bereich eine Tempo-30-Regelung einzuführen. Während Gemeinschafts-Vorsitzender Bernd Diedrichsen in Richtung Verwaltung und Politik giftete, endlich für eine Entschärfung der Situation zu sorgen, machte Unternehmer Ulrich Thiele in seinem Vortrag einen konstruktiven Vorschlag. Statt sich im Zuständigkeitsdschungel zu verirren, regte der Kettenwerke-Chef an, neben der Unterführung einen Fußgänger-Tunnel anzulegen. Eine Idee, die Bürgermeister Dr. Ahrens dankbar aufgriff. Denn ein solcher „Durchstich“ könnte nach seiner Einschätzung der Durchbruch sein, um das seit Jahren bekannte Problem zu beseitigen. Allerdings sei es auch kein einfaches Geschäft, mit der Deutschen Bahn in zielführende Gespräche zu kommen, schränkte Ahrens ein, schnell Ergebnisse präsentieren zu können.

Für Begeisterung einerseits und respektvollen Applaus andererseits sorgten beim Jahresempfang die Grundschule Kalthof und Kettenwerke-Chef Thiele. So hat sich die Bildungseinrichtung als erste im Kreis mit einer aufwendigen Bewerbung und vielen internen Initiativen den Titel „Europaschule“ gesichert. Und der internationale Gedanke wird im Unterricht gelebt. Neben Mottowochen und Schulfesten wird an der Grundschule beispielsweise auch Spanisch als zweite Fremdsprache angeboten. Die Grundschul-Kinder trugen überdies auch maßgeblich zur musikalischen Unterhaltung der Besucher bei - mit ihrem „Europalied“, dem „Kalthoflied“ und dem „Thiele-Lied“. Einen kleinen Lohn für die Mühen durfte Schulleiterin Karin Brandegger in Form eines Schecks über 500 Euro von der Vereinsgemeinschaft entgegennehmen.

Der besungene Unternehmenschef bedankte sich derweil per Handschlag bei jedem Schüler, bevor er ans Rednerpult trat, um über die Entwicklung der Kettenwerke zu sprechen. Und Ulrich Thiele konnte Erfreuliches berichten. So erreichte der Traditionsbetrieb jetzt erstmals einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro, beschäftigt nahezu 500 Menschen, ist damit der drittgrößte private Arbeitgeber Iserlohns und einer der stärksten Gewerbesteuerzahler.

 
 

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