ISM liefern 11 000 Fans perfekte Show

Ein gigantischer Vorhang mit dem Aufdruck des Reichstages bildete stets die Kulisse für die Auftritte, so wie hier in Köln, wo die Iserlohner Stadtmusikanten auch in einem Hotel während der kleinen „Musikparade“-Tournee übernachteten.
Ein gigantischer Vorhang mit dem Aufdruck des Reichstages bildete stets die Kulisse für die Auftritte, so wie hier in Köln, wo die Iserlohner Stadtmusikanten auch in einem Hotel während der kleinen „Musikparade“-Tournee übernachteten.
Foto: IKZ

Iserlohn/Münster/Köln..  Beim Übungsabend am Mittwoch waren sich die Iserlohner Stadtmusikanten (ISM) einig: Einen so perfekten Auftritt wie am vergangenen Samstag in der Kölner Lanxess-Arena haben sie noch nie mit ihrer Bon-Jovi-Show hingelegt.

„Das war die beste Show, die sie je gelaufen sind, da passte einfach alles, jeder Schritt, jede Figur“, berichtet Markus von Calle vom PR-Team der Stadtmusikanten, der mit drei weiteren Betreuern die insgesamt 45 Musiker auf ihrer „Musikparade“-Kurztournee begleitete. Bereits zum siebten Mal seit 2011 waren die Iserlohner vom Oldenburger Organisator für ein Wochenende von „Europas größter Tournee der Marchingbands“ (so die Eigenwerbung) verpflichtet worden, bei der in diesem Jahr zwischen Ende Januar und Ende April in 31 deutschen Städten und dazu erstmals in Polen Station gemacht wird. Zusammen mit den Stadtmusikanten traten bei den Shows am Freitag in Münster, Samstag in Köln und Sonntag in Trier Formationen aus Moldawien, Bulgarien, Polen, Großbritannien und den Niederlanden auf, darunter mit K & G Leiden der mehrfache und auch wieder aktuelle Weltmeister unter den Marchingbands.

Szenenapplaus für „Stern“,„Herz“ und „Kussmund“

Seit dem Auftritt der Niederländer beim Iserlohner Schützenfest vor einem Jahrzehnt pflegen die ISM freundschaftliche Kontakte nach Südholland. Da freue man sich natürlich immer auf ein Wiedersehen und schaue den vielfach Preisgekrönten auch gerne bei ihren Auftritten zu, und zwar ganz ohne Neid. „Marchingbands haben in den Niederlanden einen ganz anderen Stellenwert und entsprechend ganz andere Möglichkeiten“, weiß von Calle. Wenngleich es sich ebenfalls um Amateure handele, würde dort fünf Mal pro Woche trainiert und vor Wettkämpfen sogar täglich. „Da holen sich unsere Musiker auch gerne den einen oder anderen Tipp.“ Ob es daran lag, dass am Samstag bei der Show der Stadtmusikanten selbst die Fehler ausblieben, die sonst das Publikum gar nicht, sondern nur die Musiker selbst bemerken?

Vielleicht war man aber auch einfach bestens eingespielt nach den zwei Auftritten am Freitag in Münster. Während dabei das vornehmlich ältere Publikum am Nachmittag nur langsam in Wallung geraten sei, habe es am Abend sogar immer wieder Szenenapplaus gegeben, so bei den Marschfiguren „Stern“, „Herz“ und „Kussmund“. Getoppt wurde das noch von der Atmosphäre am Samstag. Denn auch wenn die Iserlohner Stadtmusikanten bei ihrem Auftritt auf Schalke 2014 sogar schon mal 16 000 Zuschauer hatten: Die knapp 11 000 in der Kölner Halle, in der sonst die „Haie“ Eishockey spielen und viele internationale Stars auftreten, hätten für eine noch „beeindruckendere Kulisse gesorgt“: „Da konnte einem schon das Herz in die Hose rutschen.“

Zwei Fernsehteams baten die Iserlohner zu Interviews

Zumal das Publikum sowieso sehr mitgegangen sei, und das besonders natürlich beim gemeinsamen Finale aller sieben Bands mit „Highland Cathedral“, das nicht nur zu den Klassikern beim Iserlohner Schützenfest gehört, sondern auch dank der „Höhner“ eine Kölner Hymne sei. „Das war schon Gänsehaut pur.“ Mit minutenlangem Applaus im Stehen wurden die insgesamt 350 Musiker von den Zuschauern anschließend gefeiert. Das Gastspiel in der Rhein-Me­tropole sei auch noch aus einem weiteren Grund ein besonderes gewesen: Gleich zwei Fernsehteams – von RTL West und von der Kölner Lokalzeit des WDR – hätten Beiträge produziert, bei denen die Iserlohner als einzige deutsche Formation der „Musikparade“ im Mittelpunkt standen und Interviews geben mussten. Abrufbar sind die übrigens über Links auf der Facebook-Seite der Stadtmusikanten. Und auch beim letzten Auftritt in Trier habe es noch einmal einen sehr emotionalen Moment gegeben, als beim Show-Finale ein moldawischer Musiker seiner Freundin einen Heiratsantrag machte.

Bei ihrem Übungsabend schwelgten die Stadtmusikanten aber nicht nur in Erinnerungen an das gelungene Wochenende mit insgesamt knapp 22 000 Zuschauern: Erstmals wurde die Musik einstudiert für die neue Show, die im kommenden Jahr Premiere feiern soll. Worum es genau geht, wollte von Calle noch nicht verraten. Nur soviel: Es wird wieder rockig.

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