„ISM & Friends“ verstehen es wirklich zu feiern

Ein beeindruckendes Bild bot sich, als zum Finale in der neuen Hemberghalle noch einmal alle beteiligten 300 Musiker aufmarschiert waren.
Ein beeindruckendes Bild bot sich, als zum Finale in der neuen Hemberghalle noch einmal alle beteiligten 300 Musiker aufmarschiert waren.
Foto: Dana Schmies

Iserlohn..  Eine solche Geburtstagsparty hat Iserlohn noch nicht erlebt: Mit einer fast vierstündigen Show der Extraklasse mit mehr als 300 Musikern sowie einem Freundschaftstreffen mit neun Spielmannszügen und Kapellen aus der Region und aus Essen feierten die Iserlohner Stadtmusikanten am Wochenende in der neuen Hemberghalle ihr 20-jähriges Bestehen.

„Als Abteilung des SV Dördel gab es uns ja schon seit 1979“, erinnerte Geschäftsführer Michael von Calle, der auch als Moderator gekonnt durch die Abendshow „ISM & Friends“ führte, an die Anfänge und an Gründervater Udo Fuchs. 1995 – und das wurde jetzt gefeiert – begann die Zeit als eigenständiger Verein mitsamt Neuausrichtung als Show- und Marchingband und stetigem Zuwachs an Mitgliedern und Auftritten. Eine Entwicklung, die in dem Event am Samstag gipfelte.

„Sie haben uns zu diesem Wagnis getrieben“, machte der Moderator deutlich, dass es der „Zuspruch, der Applaus und die positive Resonanz“ bei den 50 Auftritten pro Jahr war, der sie die Planungen für die auch nur dank kräftiger Sponsoren-Unterstützung mögliche Veranstaltung in Angriff nehmen ließ. „Die Resonanz hat unsere kühnsten Träume übertroffen“, war der Geschäftsführer begeistert angesichts der ausverkauften Halle.

Die konnte übrigens erst nach dem Training der Iserlohn Kangaroos am späten Freitagabend in einer Nachtschicht von ISM-Mitgliedern und dem Technik-Team des Parktheaters hergerichtet werden. Nachdem die umfangreiche Technik installiert und die Wand-Vorhänge und weitere Deko drapiert waren, verlegten Volker und Mathias Kemper ab Samstagmorgen noch 1000 Quadratmeter Teppich. „Ripsware“, die nicht nur den Sportboden schonen, sondern, wie auch die Vorhänge, unerwünschten Schall schlucken sollte, so dass beste Akustikbedingungen in der Halle herrschten für die Show, die vom Musikzug Eiterfeld & Arzell unter anderem mit dem bekannten „Ballistic Brass“ und der Bloodhound Gang gleich gut eröffnet wurde.

Dass sie nicht nur für ihre legendären „Aftershow und die After-Aftershow-Party“ nach dem von ihnen ausgerichteten „Festival der Spielleute“ in Flieden bei Fulda bekannt sind, sondern auch zu Recht zu den, so Michael von Calle, „Top-Bands der deutschen Marching-Szene“ gehören, bewiesen anschließend eindrucksvoll die rund 40 Musikerinnen und Musiker vom DRK-Spielmanns- und Fanfarenzug Rückers mit immer neuen Formationen, bei denen sie den gesamten Innenraum nutzten. Auf seine Frage, ob es dem Publikum bis zu dem Zeitpunkt gefallen habe, erhielt Michael von Calle tosenden Applaus von den Rängen. Und nach der mitreißenden Rockshow des Trompeter-Showkorps Leinegarde aus Neustadt wurde anschließend zum ersten Mal nach einer Zugabe verlangt. Ein Wunsch, den es berechtigterweise noch öfter gab an diesem Abend, der aber leider stets unerfüllt bleiben musste, stand der eng gesteckte Zeitplan jeder Formation doch zunächst nur eine Viertelstunde zu, da es später auch noch ein gemeinsames Finale mit allen geben sollte.

Nicht fehlen durfte aber erst einmal nach dem Wunsch der Stadtmusikanten („Für uns sind sie heute Abend das Salz in der Suppe“), aber mit Sicherheit auch des Publikums als einzige weitere heimische Band neben den Gastgebern die „1st Sauerland Pipes and Drums“, die mit ihren Dudelsäcken für feuchte Augen sorgten.

Nervosität war so groß wie vor dem Auftritt auf Schalke

Dass sie nicht nur in der Marschmusik zuhause sind, sondern auch beispielsweise „Can you feel the love tonight“ aus „König der Löwen“ beeindruckend darbieten können, bewies dann noch das Musikkorps der Freiwilligen Feuerwehr Ufhausen, bevor das holländische „Oln’zels Knooi“-Ensemble in der Pause wie auch schon vor der Show das Publikum glänzend unterhielt. Während die Show- und Drumfanfare M.E.T.R.O. aus dem niederländischen Schevenigen dem Titel ihrer aktuellen Show „Let Me(tro) Entertain You“ anschließend vollauf gerecht wurde, stieg beim musikalischen Leiter der Stadtmusikanten, Dirk Baumeister, die Anspannung. „Das letzte Mal war ich so nervös vor unserem Auftritt 2014 in der Arena auf Schalke vor 16 000 Zuschauern“, gestand er der Heimatzeitung: „Hier sind es zwar nicht so viele, aber hier ist zuhause.“ Doch sämtliche Sorgen waren unnötig, wie sich bei dem Ausschnitt aus der „Bon Jovi“-Show der ISM zeigte, nachdem zuvor noch die Lippstädter „Fascinating Drums“ ihrem Namen alle Ehre machten mit zeitweise beleuchten Trommelstöcken.

Zum Finale mit allen 300 Musikern gab es dann neben dem Radetzky-Marsch sowie den beiden Gänsehaut-Stücken „The Rose of Kelvingrove“ und vor allem „High­land Cathedral“ auch noch einen weiteren emotionalen Höhepunkt, als Dirk Baumeister für sein über 20-jähriges Engagement für die Stadtmusikanten mit einem neuen Tambourstab mit versilbertem Kopf und seinen Initialen gedankt wurde.

Am Sonntag endete die große ISM-Geburtstagsparty dann mit dem Freundschaftstreffen. Bericht folgt

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