Iserlohner sind ansprechbar für die Belange von Flüchtlingen

Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens bedankte sich bei den Netzwerk-Koordinatoren für ihre Bemühungen zur Integration der Flüchtlinge in Iserlohn.
Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens bedankte sich bei den Netzwerk-Koordinatoren für ihre Bemühungen zur Integration der Flüchtlinge in Iserlohn.
Foto: IKZ
90 Ehrenamtliche engagieren sich mittlerweile im Netzwerk, dessen Wert auch für den Bürgermeister außer Frage steht .

Iserlohn..  „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob“, lautet die kirchliche Jahreslosung 2015. Und es gibt wohl kaum bessere Beispiele, wie diese Worte mit Leben erfüllt werden können, als das Vorbild des Flüchtlingsnetzwerks Iserlohn. Vor gut einem Jahr von Diana und Daniel Schöning ins Leben gerufen, engagieren sich mittlerweile rund 90 Ehrenamtliche in der Betreuung und Unterstützung von Asylbewerbern.

Bei einer Benefizveranstaltung des Netzwerks im Varnhagenhaus, in deren Mittelpunkt am Samstagabend die Auseinandersetzung mit Texten deutscher Emigranten wie Brecht und Heine sowie von Autoren mit Zuwanderungsgeschichte stand, nutzte Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens nach seinen deutlichen Worten beim städtischen Neujahrsempfang erneut die Gelegenheit, für ein weltoffenes Iserlohn zu plädieren. „Ich freue mich über die Zahl der Menschen, die sich im Flüchtlingsnetzwerk engagieren“, unterstrich der Bürgermeister den gesamtgesellschaftlichen Wert der Ehrenamtlichen-Organisation, die einen wichtigen Bestandteil der städtischen Bemühungen zur Integration der Flüchtlinge darstelle. „Viele werden dauerhaft bei uns bleiben“, hob Dr. Ahrens hervor, dass Iserlohn für zahlreiche Flüchtlinge zur Heimat werden dürfte.

Die Konfession spielt im Netzwerk keine Rolle

Umso bedeutsamer sei es, diesen Menschen von Beginn an offen und vorurteilsfrei gegenüberzutreten, um ihnen das Ankommen zu erleichtern. In der Pflicht stehe dabei zuvorderst die Stadt selbst, so der Bürgermeister: „Es ist unsere Aufgabe, für diese Menschen zu sorgen, die in höchster Not zu uns gekommen sind. Auch hier heißt es: Gemeinsam eine Stadt.“

Dass die Arbeit des noch jungen Netzwerkes Früchte trägt, berichtete Pfarrer Andres Michael Kuhn. So hätten sich nach dem jüngsten Artikel im IKZ sieben Menschen bereit erklärt, als Flüchtlingspaten aktiv zu werden. „Die Iserlohner sind ansprechbar für unsere Anliegen“, stellte Kuhn fest. Mitgründer Daniel Schöning betonte überdies, dass das Netzwerk zwar organisatorisch an die evangelische Versöhnungsgemeinde angebunden sei, Konfessionen jedoch keine Rolle spielen, da zu den rund 90 Ehrenamtlichen auch Muslime und Vertreter anderer Glaubensrichtungen zählen. Die Arbeit mit den Asylbewerbern bezeichnete Schöning als „bereichernd“, „es kommt unglaublich viel zurück, die Flüchtlinge haben den starken Willen, sich einzubringen“.

Die Aufgaben und Projekte des Netzwerks umriss Marion Ziemann als Mitglied der Koordinationsgruppe. Neben der Vermittlung von Paten unterstützen die Ehrenamtlichen die Flüchtlinge in Kooperation mit der Wohnungslosenhilfe der Diakonie bei der Wohnungssuche und Umzügen, sie bieten Hausaufgabenbetreuung an, organisieren Freizeitaktivitäten, leisten Übersetzerdienste und organisieren individuelle Hilfen und engagieren sich in der für die Behandlung des Asylantrages Ausschlag gebenden Falldokumentation. Ein Lob für seine Mitarbeiter durfte der Bürgermeister mit ins Rathaus nehmen. „Hier gibt man sich seitens der Stadt - im Gegensatz zu vielen anderen Orten - sehr viel Mühe. Das zeigt sich bei der dezentralen Unterbringung ebenso wie in dem Bemühen, kurzfristig ein weiteres Heim im Corunna-Gewerbegebiet einzurichten.“, erklärte Marion Ziemann.

230 Flüchtlinge aus 29 Staaten leben aktuell in Iserlohn, die Stadtverwaltung geht davon aus, dass ihre Zahl im Jahresverlauf auf 350 bis 400 Menschen steigen dürfte.

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