Hat Iserlohn ein Herz fürs Rad?

Torsten Lehmann
Die Stadt und der ADFC-Kreisverband Iserlohner rufen möglichst viele „Alltags-Experten“ zur Teilnahme am „Fahrradklima-Test 2016“ auf.
Die Stadt und der ADFC-Kreisverband Iserlohner rufen möglichst viele „Alltags-Experten“ zur Teilnahme am „Fahrradklima-Test 2016“ auf.
Foto: Michael May IKZ
Der ADFC-Kreisverband Iserlohn und die Stadt rufen alle Radler auf, sich am „Fahrradklima-Test 2016“ zu beteiligen.

Iserlohn.  Bei uns werden Radfahrer als Verkehrsteilnehmer akzeptiert – oder nicht ernst genommen? Bei uns werden die Radwege regelmäßig gereinigt – oder doch eher selten? Bei uns findet man überall komfortable und sichere Abstellmöglichkeiten – oder kaum geeignete? Das sind drei von 27 Punkten, mit denen der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club seit Donnerstag und bis Ende November bundesweit das „Fahrradklima“ in den Städten ermitteln möchte.

Auch der Iserlohner ADFC-Kreisverband und die Stadt rufen wieder alle „Alltags-Experten“ zur Teilnahme auf, um auf der Internetseite www.fahrradklima-test.de den „Zufriedenheits-Index“ auf lokaler Ebene zu ermitteln. Beim letzten Mal vor zwei Jahren bewerteten 144 Teilnehmer das „Fahrrad-Klima“ in Iserlohn, insgesamt beteiligten sich mehr als 100 000 Menschen in 468 Städten.

Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens will auf jeden Fall in einer Rundmail alle mehr als 1000 städtischen Beschäftigten zur Teilnahme auffordern, um zu einem möglichst großen Meinungsbild beizutragen. „Persönlich bin ich wohl zu befangen“, sagt er mit einem Schmunzeln. Und zudem sei er auch meist nur am holländischen Ferienhaus seiner Familie mit dem Rad unterwegs und nicht in Iserlohn – unter anderem da er ganz in der Nähe des Rathauses wohne.

„Man kann als Iserlohner beispielsweise auch zusätzlich Hemer bewerten, wenn man Rad fährt und umgekehrt natürlich auch“, sagt der ADFC-Kreisvorsitzende Martin Isbruch. Er hofft, dass nicht nur wieder die Mindestteilnehmerzahl von 50, um überhaupt in die Städte-Wertung zu kommen, erreicht wird, sondern dass es noch mal deutlich mehr werden als beim letzten Mal. Denn: „Das Thema ist in aller Munde“, hat er eine Veränderung in den vergangenen zwei Jahren beobachtet. So gebe es keine Verkehrsausschuss-Sitzung, in der es nicht auch um den Radverkehr gehe. „Die Allermeisten haben inzwischen kapiert, dass man das Thema nicht ignorieren kann.“ Und auch wenn man es noch nicht so im Alltag sehe, so sei doch die Zahl der Radfahrer vor Ort gestiegen, wie auch die Händler berichten würden. Erfreulich sei auch, dass beispielsweise bei den Verkehrsplanungen für die Gesamtschule am Seilersee, die in der vergangenen Woche vorgestellt wurden (wir berichteten), einiges berücksichtigt wurde, um die Schüler aufs Rad zu bekommen.

Neues Konzept wird am15. September vorgestellt

Sehr gespannt ist Isbruch auch auf das neue Radverkehrskonzept, das am 15. September im Ausschuss vorgestellt wird, und er hofft dabei vor allem auf Verbesserungen beim Innenstadt-Ring, bei den Zubringer-Strecken und beim Fahrradparken in der City. Ob das Konzept tatsächlich solche Verbesserungen enthält, wollte der Radverkehrsplaner Bernd Schlünder gestern noch nicht verraten, da die Drucksache und das Konzept aktuell möglicherweise noch nicht alle Politiker erreicht hat. Nur so viel: „Wir haben darin viele Ansätze, über die sich die Radfahrer sicher freuen werden – wenn das Konzept die politische Zustimmung findet.“

Letztes Mal zweiter Platz bei den „Aufholern“

Beim letzten „ADFC-Fahrradklima-Test“ im Jahr 2014 erreichte Iserlohn in der Klasse der Städte mit 50 000 bis 100 000 Einwohnern Platz 40 von 100 auf Bundesebene und in Nordrhein-Westfalen Platz 21 von 42. Da sich Iserlohn im Vergleich zu 2012, wo es erstmals aufgrund der ausreichenden Zahl von mehr als 50 Teilnehmern in die Wertung gekommen war, um 0,37 Punkte auf eine Gesamtnote von 3,73 verbessert hatte, landete es 2014 in der so genannten Rangliste der „Aufholer“ auf dem 2. Platz. Insgesamt bilanzierte der ADFC damals, dass zwar immer mehr Menschen in Iserlohn Rad fahren, dass sie aber, so zeige die Note, unzufrieden seien.