Flotte Bienen fürs Rathaus-Dach?

An der „Bienen-Demo“ des Kinder- und Jugendrats durch die Innenstadt beteiligten sich 200 Naturschützer.
An der „Bienen-Demo“ des Kinder- und Jugendrats durch die Innenstadt beteiligten sich 200 Naturschützer.
Foto: Michael May IKZ
Rund 200 Kinder und Jugendliche gingen mit Imkern aus der Region auf die Straße und warben für verbesserte Lebensbedingungen für die fliegenden Insekten.

Iserlohn..  Können Sie sich Bienenstöcke und flotte Bienen auf dem Iserlohner Rathaus oder dem Parktheater vorstellen? Wenn es nach den Vorschlägen des Imkervereins Hemer geht, könnte diese Vision irgendwann Wirklichkeit werden. Das schließt der stellvertretende Bürgermeister Karsten Meininghaus nicht aus. Er will die Verwaltung damit beauftragen, die Machbarkeit zu prüfen. „Wir würden jemanden aus dem Verein benennen, der sich darum kümmert“, erklärte der Vorsitzende Matthias Opitz. Dem Verein gehören 35 Mitglieder aus Iserlohn und Hemer mit 200 Bienenvölkern an.

Sogar am Reichstag lebt ein Bienenvolk

„Am Berliner Reichstag gibt es auch ein Bienenvolk, das von Imkern betreut wird“, erklärte sein Stellvertreter Gerald Dülberg. Die Kinder- und Jugendbürobeauftragte Petra Lamberts wusste sogar von mehreren Berlin-Besuchen zu berichten, dass es sogar Bundestagshonig gibt. Imker Dirk Kobler berichtete von anderen Städten und richtete den Blick in die direkte Nachbarschaft. „Auch die Stadt Menden hat so etwas.“

Vize-Bürgermeister Karsten Meininghaus begrüßte am Samstag auf dem oberen Schillerplatz die rund 200 Teilnehmer der ersten Iserlohner „Bienen-Demo“ und dankte den Aktivisten des Kinder- und Jugendrates, die zu dieser Aktion aufgerufen hatten. Die teilweise als Bienen verkleideten Kinder sowie Jugendliche und Erwachsene in Bienenschutzanzügen warben bei der Demonstration für bessere Lebensbedingungen für die fliegenden Insekten.

Unter ihnen auch Nachwuchsimker Paul Kutscher (12), der einen „Smoker“ schwenkte: Der Smoker ist ein Imkereigerät, das der Raucherzeugung in der Imkerei dient, erklärte er. Der Rauch stelle die Bienen ruhig und erleichtere dem Imker die Arbeit. „Ich habe selber einen Bienenstock in der Kleingartenanlage Sonnenhöhe, Abteilung Lau“, verriet der Iserlohner, der über seinen Papa Dirk vor zwei Jahren zu diesem naturfreundlichen Hobby gekommen war. „Wir verkaufen Honig und behalten ein paar Gläser für uns“, erzählte Paul. Zusammen mit anderen Mitgliedern des Kinder- und Jugendrates verteilte er außerdem Samen für Wildblumen, die in Gärten und auf Balkonen ausgesät werden können: „Um die Lebenssituation für die Bienen zu verbessern.“ Die Monokulturen und der Einsatz von Pestiziden führten zum massiven Bienensterben, erklärten die jungen Leute, die bei ihrem Zug durch die Innenstadt immer wieder riefen: „Rettet die Bienen.“

Karsten Meininghaus lobte das Umweltengagement des Kinder- und Jugendrates und begleitete sie bis zum Informationsstand an der Reformierten Kirche und tauschte sich mit den Naturschützern aus. Er verwies auch auf das Engagement von Ortslandwirt Ulrich Brinckmann für den Erhalt von Lebensräumen für Wildbienen und Insekten. Mit von der Partie waren ebenfalls Vertreter der Imkervereine Hemer und Kalthof, des Kinder- und Jugendbüros, der Kinderlobby sowie des Naturschutzbundes Märkischer Kreis.

„Dieses Jahr läuft ganz gut“, berichtete Norbert Pusch, Vorsitzender des Imkervereins Kalthof. Der Landesimkerverband verzeichne wachsende Mitgliederzahlen, darunter erfreulicherweise auch viele Frauen. Derzeit engagieren sich 809 Imker im Landesverband Westfalen-Lippe. In seinem Kalthofer Verein gebe es 36 aktive Imker mit 170 Bienenvölkern.

Unter Anleitung der Ehrenamtlichen der Naturschutzjugend bohrten etliche Kinder mit einem Akkuschrauber Löcher in Baumscheiben, die sie als Insektenhotels für Wildbienen mit nach Hause nehmen durften. Unter Anleitung der Mitglieder des Kinder- und Jugendbüros bastelten die Kinder farbenfrohe Bienenanhänger.

 
 

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