Festlicher Osterjubel mit starken Kontrasten

Mit Martin Schröder un
Mit Martin Schröder un
Foto: Michael May IKZ
Adrian Ebmeyer, Martin Schröder und Hans-André Stamm begeistern in der Obersten Stadtkirche mit ihrem festlichen Osterkonzert.

Iserlohn..  Ein festliches Konzert genau zum Fest – das trifft offensichtlich genau den Nerv des Publikums. Zum wiederholten Mal hat das Evangelische Kantorat am Ostermontag in die Oberste Stadtkirche eingeladen, und erneut war das Osterkonzert sehr gut besucht. In immer neuen Besetzungen hat sich dabei dem österlichen Jubel entsprechend bisher immer alles vorrangig um festliche Musik für Trompete und Orgel gedreht.

Wunderbare Bearbeitungvon Faures „Pavane“

So auch dieses Mal: Mit Martin Schröder (Trompete) und Adrian Ebmeyer (Horn) waren zwei Lehrkräfte von der Musikschule Iserlohn zu Gast, die sich in ihrem Zusammenspiel mit der Orgel vor allem auf prachtvolle und berühmte Barock-Werke stürzten. Teile aus Händels Wassermusik gaben den Rahmen für das etwa 75-minütige Programm vor, der bekannte dritte Satz aus dem zweiten Brandenburgischen Konzert von Bach und das zweite Konzert für zwei Hörner von Telemann waren die herausragenden Gipfelpunkte des Konzertes. Dazu hatten sie mit August Körlings Pastorale für Horn und Orgel sowie einer Bearbeitung von Gabriel Faures wunderbarer „Pavane“ auch romantische Musik im Programm.

Besonders eindrücklich wird aber daneben der Organist Hans-André Stamm in Erinnerung bleiben, der in Iserlohn kein Unbekannter ist und der mit eigenen Kompositionen immer einen interessanten Gegenpol zu der Bläsermusik lieferte. Die romantisch schwelgenden Werke von Körling und Faure kombinierte er mit sehr rhythmischen Toccaten, die an irische Musik erinnerten – hellstrahlende, den ganzen Kirchenraum flutende Werke, die einen starken Kontrast zu den Bläser-Stücken im ersten Konzert-Teil ergaben.

Im zweiten Teil ging es dann andersherum – Adrian Ebmeyer und Martin Schröder holten mit Telemann, Bach und Händel zur majestätisch-barocken Herrlichkeit aus, und Hans-André Stamm lieferte dazwischen und erneut in starkem Kontrast dazu eigene Miniaturen von fast liedhafter Schlichtheit. Sein Stück „Ellyon“ spielte wunderbar mit klanglichen Effekten, erinnerte in seiner harmonischen Entwicklung aber fast an einen Pop-Song. Sein Stück „Réve“ erinnerte in seiner Figürlichkeit ein wenig an Bachs berühmtes Präludium in C aus dem wohltemperierten Klavier und mit seiner „Gaelic Fantasy“ tauchte Stamm erneut in die Klangwelt irischer Tänze ein.

Als Zugabe gab es Humperdincks „Abendsegen“

Gerade diese Gegensätze zwischen der barocken Festlichkeit und dem großen Bläserklang, den Adrian Ebmeyer und Martin Schröder dabei entwickelt haben, und den Eigenkompositionen von Hans-André Stamm mit ihren eher filigranen Mustern haben das Konzert am Ende ausgemacht – und waren wohl auch für die Begeisterung des Publikums ausschlaggebend, das am Ende auch noch mit einer Zugabe belohnt wurde: Mit Humperdincks „Abendsegen“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“ entließen die Musiker ihre Zuhörer in den Abend.

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