Erstaunliche Vielfalt alternativer Ernährung

Showkoch Peter Dötsch warb bei „Veganmania“ auf dem Alten Rathausplatz neben verschiedenen Tierrechtsorganisationen bei den Besuchern des Veganer-Festivals für die Vielfalt alternativer Ernährung.
Showkoch Peter Dötsch warb bei „Veganmania“ auf dem Alten Rathausplatz neben verschiedenen Tierrechtsorganisationen bei den Besuchern des Veganer-Festivals für die Vielfalt alternativer Ernährung.
Foto: IKZ
Die vierte „Veganmania“-Veranstaltung warb auf dem Alten Rathausplatz für ein neues Bewusstsein für Tiere im Alltag.

Iserlohn.  „Sehr lecker!“ Dass ihr die vegane Garnele mit Thai-Curry schmeckt, ist der Frau anzusehen. Ihr Begleiter nickt ebenfalls anerkennend. Showkoch Peter Dötsch freut sich über die vielen positiven Rückmeldungen. Der „Sternekoch aus der Baarstraße“ wirbt bei „Veganmania“ auf dem Alten Rathausplatz neben verschiedenen Tierrechtsorganisationen bei den Besuchern des Veganer-Festivals für die Vielfalt alternativer Ernährung.

Trotz der rekordverdächtigen Hitze kommen viele Interessierte zu den zahlreichen Ständen des vierten Veganerfestes – allerdings weniger als im vergangenen Jahr.

Zusammen mit seiner Frau Sabine betreibt Peter Dötsch einen Stand mit verschiedenen selbst gemachten veganen Speisen: „Energie-Kügelchen, vegane Frikadellen und Sushi – alles bio.“ Sie betont: „Wir machen das alles für Animals Asia. Ich war einmal bei einem Vortrag, und ich möchte nächstes Jahr dorthin.“ Die Animals Asia Foundation ist eine in Hongkong ansässige Tierschutz-Organisation.

Sojafleisch-Sticks auf Salatbett und Fladenbrot

Gegrilltes Fladenbrot, marinierte Sojafleisch-Sticks auf Salatbett mit veganer Mayonnaise ist nebenan der Renner am „Vegan-Food“-Stand, dessen Betreiber Winfried Kaiser sich über die „bombige Resonanz“ seiner neuen Art des „veganen Döners“ freut. Kaiser unterhält einen Tierschutzhof im Ruhrtal und wirbt für seinen gleichnamigen Verein auf seinem T-Shirt. Nicht nur bei Veganerfesten wie in Iserlohn gehen seine veganen Speisen gut. Seine hofgemachten Kräuterpasteten in Fladenbrot, Saucen, Remouladen und Chilipasten kommen an: „Auch auf Großveranstaltungen wie Bochum total oder Kemnade in Flammen haben sie dem ganz normalem Publikum gut geschmeckt.“ Die Nachfrage sei steigend. An weiteren Ständen zeigen die Anbieter die Vielfalt der tierproduktlosen Küche mit veganen Hamburgern, Schnitzelbrötchen, „Gevlügel“-Reissalat oder „Vleischsalat“. Etliche von ihnen haben langjährige Erfahrungen mit der veganen Lebensweise und geben wertvolle Tipps zu Kochen, Einkaufen und Bezugsquellen.

„Kühe sind keine Melkmaschinen“

Tierrechtler verschiedener Organisationen von „Ärzte gegen Tierversuche“ bis zu den „Tierbefreiern Düsseldorf“ werben für ein neues Bewusstsein für Tiere mit Slogans wie „Kühe sind keine Melkmaschinen“ oder „Boykottieren Sie Tierzirkusse und Streichelzoos“.

Auch die Iserlohner Vollkornbäckerei Woeste ist mit von der Partie. Ihr Credo brachte auf den Punkt, was andere Anbieter und Aussteller in ähnlicher Form transportierten: „Der Mensch ist, was er isst beziehungsweise fühlt er sich so.“ In den leidenschaftlichen Gesprächen unter den Besuchern und Ausstellern über Herkunft und Produktion der Lebensmittel und veganes Leben war das einmal mehr deutlich. „Es kann ruhig etwas höherwertiger sein, wir haben nur eine Leben“, betont Sabine Braeuker, dass sie ganz bewusst frisches Gemüse kauft und auf Fleisch, Fisch, Milch, Eier und sonstige tierische Produkte und industriell hergestellte Lebensmittel verzichtet.

„Ich habe mich ein Jahr lang vegan ernährt, aber ich bin jetzt auf vegetarisch umgestiegen“, sagt Besucherin Christel Pfannmüller aus Altena, die zum Einkaufen regelmäßig in ein Reformhaus fährt. „Ich habe überwiegend Milchprodukte wieder dazugenommen.“ Diese alternative Ernährung bekomme ihrer Gesundheit äußerst gut. „Dadurch konnte ich meine Magentabletten reduzieren.“

 
 

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