Ein Radschnellweg für Iserlohn

Ralf Tiemann
Zweispurig und nach Möglichkeit ganz ohne Kreuzungen – wie eine Autobahn für Fahrräder: so sieht der Radschnellweg im niederländischen Zwolle aus.
Zweispurig und nach Möglichkeit ganz ohne Kreuzungen – wie eine Autobahn für Fahrräder: so sieht der Radschnellweg im niederländischen Zwolle aus.
Foto: IKZ
Die Ausschussmitglieder haben sich am Dienstag dafür ausgesprochen, an dem Landeswettbewerb „Radschnellweg NRW“ teilzunehmen.

Iserlohn.  Als eine der modernsten Entwicklungen in der internationalen Verkehrspolitik überhaupt feiert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Iserlohn-MK (ADFC) die sogenannten Radschnellwege. Hierzulande noch nahezu unbekannt, haben sie sich vor allem in den Niederlanden bereits etabliert und werden nun weltweit kopiert. Das Land NRW hat im Zuge eines Pilotprojektes zu einem Städte-Wettbewerb aufgerufen, an dessen Ende in allen fünf Regierungsbezirken jeweils ein Radschnellweg eingerichtet werden soll. Am Dienstag hat der Verkehrsausschuss die von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Teilnahme an dem Wettbewerb einstimmig befürwortet und die Verwaltung beauftragt, sich am weiteren Wettbewerbsverlauf zu beteiligen, den Wettbewerbsbeitrag einzureichen und eine Vereinbarung mit den Kooperationspartnern herbeizuführen.

Keine Hindernisse

Ein Radschnellweg folgt derselben Idee wie die Autobahn. Möglichst ohne Kreuzungen oder andere Hindernisse soll der Fluss und damit die Durchschnittsgeschwindigkeit erhöht werden, wodurch das Radfahren letztlich auch für weitere Strecken als alternative Verkehrsmöglichkeit attraktiver werden soll. Durch die Stadtgrenzen überschreitenden Strecken will das Land auch kommunale Kooperationen fördern.

Wie aus der Drucksache der Stadtverwaltung hervorgeht, werden derzeit drei Strecken diskutiert: Iserlohn-Hemer-Menden-Arnsberg, Iserlohn-Schwerte-Dortmund und Iserlohn-Holzwickede-Unna. Erfahrene Planungsbüros – unter anderem zwei aus den Niederlanden – haben dazu bereits ihre Kooperation angeboten. Der Wille der Stadt, hier auf das Know-How externer Planer zurückzugreifen, stößt beim ADFC, der gerade das holländische Know-how bei der konkreten Ausarbeitung für überaus wichtig hält, auf große Zustimmung. Auch die bereits angesprochenen Nachbarstädte Hemer, Menden und Arnsberg haben dem nach spontan ihre Unterstützung zugesichert. Allerdings wurde bei der Beratung im Verkehrsausschuss deutlich, dass die Route in Richtung Sauerland sowohl wegen der bergigen Trassenführung als auch wegen des ohnehin geringen Verkehrsflusses in diese Richtung, eher zu vernachlässigen sei. Man solle sich, so war der Tenor, auf die erfolgversprechendere und vermutlich auch stärker frequentierte Route in Richtung Ruhrgebiet konzentrieren.

Hohe Erfolgsaussichten

In jedem Fall sehen aber sowohl die Stadtverwaltung als auch der ADFC recht hohe Erfolgsaussichten wegen der breit gefächerten Kooperationspartner und die räumliche, Kreisgrenzen überschreitenden Strecken, aber auch wegen der besonderen topographischen Verhältnisse in der Region Iserlohn und dem Umstand, dass aus allen Regierungsbezirken ein Projekt gefördert werden soll, aus dem Regierungsbezirk Arnsberg aber noch kein weiterer Wettbewerbsbeitrag bekannt ist.

Die Verwaltung ist nun gefordert, ein Konzept zu erstellen, das eine Potenzialabschätzung, alternative Routenführungen, Knotenpunktlösungen, eine Kostenabschätzung und eine Machbarkeitsstudie enthält. Die Kosten für die Machbarkeitsstudie liegen bei 30 000 bis 40 000 Euro. Für das regionale Konsortium aus den beteiligten Städten und Kreisen verbliebe bei einer angekündigten Landesförderung von 80 Prozent ein Eigenanteil von 6000 bis 8000 Euro. Die Abgabefrist endet am 22. Juli.