„Die Flächenpolitik wird immer schwieriger“

Jochen Schröder und Thomas Junge lenkten den Fokus beim Gespräch im Wichelhovenhaus auf Iserlohn.
Jochen Schröder und Thomas Junge lenkten den Fokus beim Gespräch im Wichelhovenhaus auf Iserlohn.
Foto: IKZ
Wirtschaftsförderer gaben einen Einblick in die Gewerbeflächensituation im nördlichen Kreisgebiet.

Iserlohn..  „Es darf keine Denkverbote geben“, in diesem Punkt sind sich Jochen Schröder, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis (GWS), und Thomas Junge, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Iserlohn (GfW), beim Gespräch im Wichelhovenhaus einig, bei dem es um das Thema der Gewerbeflächen im nördlichen Märkischen Kreis und speziell auch in Iserlohn geht.

Unter dem Titel „Wirtschaft braucht Raum“ hatte es hierzu im Juni in Iserlohn eine Veranstaltung gegeben, bei der die aktuelle Gewerbeflächensituation im nördlichen Kreisgebiet im Vordergrund stand und es auch um den Landesentwicklungsplan NRW ging. Dieser Landesentwicklungsplan verfolgt klare Ziele und hat eindeutige Grundsätze, denn, das zeigt sich auch ganz eindeutig in der Region, die zur Verfügung stehenden Flächen werden immer knapper. Das politische Leitbild setzt dabei auf flächensparende Entwicklung. Auch der Vorrang, eher im innerstädtischen Raum, denn auf der „Grünen Wiese“ Flächen auszuweisen, setzt Grenzen für die Planung. Um diese für einen attraktiven Wirtschaftsstandort so wichtigen Ressourcen bereit halten zu können, bedarf es einer regionalen Abstimmung, da sind sich Schröder und Junge ebenfalls einig. Daher sei es wichtig, dass am Landesentwicklungsplan alle 15 Städte des Kreises beteiligt sind. Denn es geht einerseits darum, den aktuellen Bedarf zu ermitteln, um dann den auch einen Blick auf den Bedarf der Zukunft zu werfen. „An den Verbrauchen der Vergangenheit lässt sich der Bedarf prognostizieren“, ist sich Schröder sicher.

„Es ist eine schwierige Situation in der wir uns befinden“, fügt Junge dann hinzu. Denn der Anspruch an eine ökologische Ausrichtung schon bei der Planung werde immer größer. Auch für Land, das als Gewerbefläche ausgewiesen werden soll, muss es Ausgleichsflächen geben. Daher sind Junge und Schröder auf der Suche nach intelligenten Lösungen, um jede Möglichkeit der Standort-Optimierung zu nutzen. „Wo liegt der Königsweg?“, lautet hier die schwierige Frage, denn es gilt alle Interessen zu berücksichtigen. „Deshalb darf es keine Tabus geben“, fordert Junge, denn für die Verlagerung von heimischen Betrieben werden Flächen in einem beschränkten Radius gesucht. Deshalb rücken auch Brachflächen immer mehr in den Fokus der Wirtschaftsförderer, ganz im Sinne des Landesentwicklungsplanes, der im nächsten Jahr verabschiedet werden soll.

Das Gewerbegebiet Zollhaus ist fast ausgelastet

Ein Blick in die aktuelle Iserlohner Situation verdeutlicht die Schwierigkeiten. „Das Gewerbegebiet Zollhaus ist so gut wie dicht“, weiß Junge, und fügt an, dass dies auch für das Kalthofer Feld gilt. Kleine Reserveflächen gibt es in Kalthof, westlich der Kettenwerke Thiele, hier stehen 0.85 Hektar zur Verfügung. In Zollhaus sind es nur noch zwei Hektar die vermarktet werden können. Eine größere Fläche bietet nur die Norderweiterung Sümmern-Rombrock, hier könnten 6,3 Hektar angeboten werden.

Sicherung des heimischen Industriestandortes begleiten

Dass diese Flächen schnell verbraucht sein können, wissen beide Wirtschaftsförderer, denn die mittelständischen Unternehmen, die umsiedeln wollen, melden zumeist einen Bedarf von einem bis zwei Hektar an.

„Als Wirtschaftsförderer sind wir gehalten, die Sicherung des heimischen Industriestandorts durch aktive Flächenpolitik zu begleiten, ein Unterfangen, das immer schwieriger wird“, ziehen Schröder und Junge ein wenig positives Fazit.

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