Die EU, das größte Friedensprojekt

Zahlreiche Zuhörer verfolgten die Diskussion in den Räumen der Lobbe-Holding.
Zahlreiche Zuhörer verfolgten die Diskussion in den Räumen der Lobbe-Holding.
Foto: Josef Wronski/IKZ
Die FDP-nahe Wolfgang-Döring-Stiftung hatte jetzt in die Räume der Lobbe-Holding am Bernhard-Hülsmann-Weg eingeladen, um unter dem Titel „Europa bewegen!“ über die EU und aktuelle Herausforderungen für die Union zu diskutieren.

Iserlohn.. „Europa bewegen!“ - wie das möglich ist, darüber wurde am Donnerstag auf Einladung der FDP-nahen Wolfgang-Döring-Stiftung in den Räumen der Lobbe-Holding am Bernhard-Hülsmann-Weg diskutiert. Dazu gab es zunächst einen Impulsvortrag von Michael Theurer, Mitglied des Europaparlaments und dort Vorsitzender des Haushaltskontrollausschusses.

Theurer bezeichnete die Europäische Union als das „größte Friedensprojekt in unserer Geschichte“. Wenn es die EU nicht gäbe, müsste man sie neu erfinden. Der Euro sei weder die Lösung noch die Ursache der derzeitigen Probleme, der Euro sei lediglich eine Währung. Ursache der Probleme sei die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit einiger Mitgliedsstaaten. Die FDP bekenne sich klar zur Europäischen Union, lehne aber einen zentralistischen Einheitsstaat ab. Es müsse der sozialen Marktwirtschaft in ganz Europa zum Durchbruch verholfen werden. Nicht durch Umverteilung, sondern durch Förderung der Wettbewerbsfähigkeit müssten Unterschiede angeglichen werden. Europa stelle sieben Prozent der Weltbevölkerung, zeichne aber für 27 Prozent der Wirtschaftsleistung auf dem Globus verantwortlich. Eine fortschritts- und technologiefreundliche Gesellschaft sei daher entscheidend für Europas Zukunft. Wenn ein Industriestaat es richtig anpacke, könne er auch im Rahmen der Globalisierung zu den Gewinnern zählen.

Der Euro kam zum falschen Zeitpunkt

Die EU-Bürokratie stand zunächst im Mittelpunkt einer sich anschließenden und von Angela Freimuth, FDP-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende der Wolfgang-Döring-Stiftung, moderierten Gesprächsrunde. Der Landesvorsitzende der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsjunioren, Michael Joithe, forderte, Bürokratie auf ein notwendiges Maß zu beschränken. Es müssten Leitplanken gesetzt und das Fahrwasser vorgegeben werden, aber es dürfe eben nicht alles reglementiert werden. Und der Euro sei aus Joithes Sicht zum falschen Zeitpunkt gekommen. Dr. Detlev Barkam, Geschäftsführer der Lobbe-Holding, sagte, die Europäische Union wachse zu schnell und zu groß auf einem noch zu wackeligem Fundament. Daher solle man sich zunächst um die Stabilisierung des Bestandes kümmern, anstatt immer noch Weiteres oben drauf zu setzen.

FDP-Kreisvorsitzender Axel Hoffmann, Vorstandsvorsitzender der Wolfgang-Döring-Stiftung, sagte in seiner Begrüßung, die Europäische Union sei nicht nur eine politische Gemeinschaft, sondern auch eine Wertegemeinschaft. Die Kernbotschaft der Wolfgang-Döring-Stiftung laute daher: „Für ein Europa der Freiheit und der Bürger“. Europa stehe für Demokratie, Freiheit und den Schutz der Bürger- und Menschenrechte, aber auch für freien Waren- und Kapitalverkehr. Europa stehe manchmal aber auch für überbordende Bürokratie und den Versuch, nationale Eigenheiten abzuschaffen. Das schaffe Probleme, insofern begrüße er ausdrücklich den Ansatz „Europa bewegen“.

 

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