„Bei Betreuung haben wir dieselben Probleme“

An der internationalen Inklusionskonferenz nahmen Gäste aus den Iserlohner Partnerstädten teil.
An der internationalen Inklusionskonferenz nahmen Gäste aus den Iserlohner Partnerstädten teil.
Foto: IKZ

Iserlohn. Um viele Impulse und Erfahrungen bereichert zogen die deutschen, polnischen und ungarischen Teilnehmer der internationalen Konferenz „From Integration to INClusion: Gelungene Inklusion in Europa“ eine positive Bilanz.

„Es waren tolle freundliche Menschen mit viel Kompetenz, und wir alle haben die selben Ziele“, betonte Stefan Haacke, Vorsitzender des Beirates für Menschen mit Behinderung und Geschäftsführer der Netzwerk Diakonie Mark-Ruhr.

Die Kommunalpolitiker, Mitarbeiter aus Behinderten-Einrichtungen, Selbsthilfegruppen und Vereinen und Partnerschaftsvertreter aus Iserlohn, Nyíregyháza und den beiden polnischen Städten Chorzów und Rzeszów tauschten sich aus über die Wohnsituation von Menschen mit Behinderung.

Eva Halka aus Nyíregyháza lobte die große Gastfreundschaft der Iserlohner und das großartige Kulturprogramm mit Ausschnitten aus dem Musical „Firelands“, bei dem sie Tränen der Rührung vergossen habe. „Wir haben viele praktische Erfahrungen mitgenommen und gelernt, dass wir bei der Betreuung dieselben Probleme gaben. Wir wollen gemeinsam nach maßgeschneiderten Lösungen suchen. Aber die finanziellen Möglichkeiten sind unterschiedlich.“ So fasste Eva Halka aus Nyíregyháza die Ergebnisse aus ungarischer Sicht zusammen. Sie freut sich auf ein Wiedersehen mit den Teilnehmern im Mai des kommenden Jahres. Dann geht es in der Stadt der Schulen, wie Nyíregyháza auch genannt wird, um das Thema Bildung.

Das System der Hilfe für Behinderte ist in Deutschland aus polnischer Sicht viel komplexer, beschrieb Lidia Nastuza (Chorzów) ihren Eindruck nach dem Erfahrungsaustausch. „Bei uns ist noch mehr zu tun. Uns geht es wie den ungarischen Freunden. Wir haben viele Probleme bei der Arbeit mit den Behinderten, finanzielle Probleme und Hindernisse. Hier ist es offensichtlich besser.“ Sie fügte hinzu: „Das größte Problem ist, wir müssen die Mentalität der Menschen verändern , was hier schon besser ist. Ich hoffe, dass das Inklusionsprogramm in allen drei Ländern realisiert wird. Das hilft auch bei der Umwandlung der Mentalität.“ Bei der Arbeit mit Behinderten müsse man viel Geduld und Herz haben und offen sein. Das alles habe sie beim Treffen angetroffen, so ihr Eindruck.

Die geknüpften Kontakte sollen weiter vertieft werden, indem die Teilnehmer Informationen ihrer Behinderten-Institutionen untereinander verschicken. Stefan Haacke verwies auf bereits bestehende Kontakte und gegenseitige Hospitationen und freute sich, dass Städtepartnerschaften auch im sozialen Bereich gelebt werden.

Großes Lob erhielt Carina Steding für ihr Musicalprojekt „Firelands“ auch von Elzbieta Piecuch (Rzeszów): „Das war ein Beispiel, wie man zusammen mit Behinderten spielen, leben und sich freuen kann.“ Sie lobte auch die Ausstellung in der Deutschen Gesellschaft für Gerontotechnik. Die Konferenz insgesamt habe einen großen Nutzwert für die Vertreter der verschiedenen Institutionen aus Rzeszów gehabt: „Wir werden viel für die weitere Arbeit mitnehmen können.“ Dies war erst der Auftakt einer Zusammenarbeit, der weitere internationle Fachtagungen folgen werden.

Mit von der Partie war auch Dr. László Barabas, Vorsitzender des Iserlohn-Komitees. „Das ist eine der am besten gelungenen Veranstaltungen“, sagte er in der Rückschau der Partnerschaft Nyíregyházas mit Iserlohn. Er führte zudem Gespräche mit Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens für ein deutsch-ungarisch-österreichisches Forschungsprojekt. Iserlohn solle Know-how-Transfer bieten, weil es bereits einen europäischen Klimapreis gewonnen habe.

 
 

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