Atelier-Nacht ist Kunst zum Genießen

An einer 15 Meter langen Tafel konnten es sich Künstler und Besucher der Barendorfer Atelier-Nacht bequem machen, es gab Käse, Brot und Oliven.
An einer 15 Meter langen Tafel konnten es sich Künstler und Besucher der Barendorfer Atelier-Nacht bequem machen, es gab Käse, Brot und Oliven.
Foto: Michael May/IKZ
Gerd Schäfer lobte die Barendorfer Künstler für ihre Aktivitäten, denn die Atelier-Nacht sei ihr Kind.

Iserlohn..  Eine 15 Meter lange Tafel mit Käse, Brot und Oliven war auf dem neuen Platz im hinteren Bereich des Künstler- und Museumsdorfes Barendorf gedeckt: So begann am Samstag gegen 18.30 Uhr mit zunächst rund 100 Gästen die 2. Atelier-Nacht. Bei schönem Wetter hätte die Atmosphäre kaum angenehmer sein können. Dazu ein Glas Wein - so lässt sich Kunst genießen. Museumsleiter Gerd Schäfer sprach eine kurze Begrüßung, Kunsttischler Konrad Horsch stellte seine Barendorfer Künstler-Kollegen und die Gastkünstler der Atelier-Nacht vor.

Nach Horschs Arbeiten musste man nicht lange suchen. Seine skulpturalen Objekte wie etwa die Spinnentische bereichern das Außengelände immer mehr, vor seinem Atelier stand das Gerippe eines großen Holzschiffes. Fertiggestellt ist es für den Kindergarten Wirbelwind bestimmt. Im Atelier waren außerdem Bilder der in Irland lebenden Malerin Sabine Weissbach zu sehen. Sie bringt in ihren vielfach von der Inserl geprägten Landschaftsmalereien Acryl und zeichnerische Elemente zusammen.

Die Arbeiten fließen ineinander über

Der Fotograf Gisbert Körner hatte für die Atelier-Nacht wie schon vor Weihnachten eine gemeinsame Ausstellung mit der Malerin Katja Oelmann vorbereitet, die inzwischen im Gartenatelier der Villa Wessel arbeitet. „Wir inspirieren uns gegenseitig“, sagte Körner. Die Arbeiten würden ineinander überfließen. Malerei oder Fotografie? Da muss man manchmal schon genauer hinschauen. Das ist aber kein Zufall, sondern gezielter Effekt der gemeinsamen Ausstellung.

„We’re readable“ hieß der Hingucker im Atelier von Brigitte Felician Siebrecht und KL Pempeit. Kollagenartig sind dort Demonstrationsszenen aus der Türkei oder Russland, aber auch eine Szene des Aufstands vom 17. Juni zusammengestellt - ergänzt durch den Schriftzug „We Want Democracy“. Umgeben ist alles von digital lesbaren Codes. Mit einem Smartphone kann man die darin verborgenen Texte - etwa von „Wikileaks“ - abrufen. Der Betrachter kann also mit dem Kunstwerk kommunizieren. Als Gastkünstlerin hatten Siebrecht & Pempeit Misses Jones eingeladen, sie zeigte im Eingangsbereich „Street Photography“.

Der MKK-Stipendiat Malerei 2013, Johannes Kithil, sorgte bei der Atelier-Nacht für eine echte Überraschung. Kithil, der sich nur sporadisch im Barendorf aufhält, hatte vor einer Woche bei perfektem Sommerwetter ein Video im Museumsdorf gedreht. Dabei wurde unter anderem der Baarbach als FKK-Badestelle entdeckt, überhaupt ist viel nackte Haut zu sehen. Entstanden sind aber durchweg ästhetische Aufnahmen. Das verdient Respekt, denn Kithil hatte sich im Prinzip erstmals mit diesem Medium beschäftigt. Zu sehen waren auch Zeichnungen, die während des Video-Projektes entstanden sind.

Gerd Schäfer lobte die Barendorfer Künstler für ihre Aktivitäten, denn die Atelier-Nacht sei ihr Kind. Und bei der zweiten Auflage war der Besucherzuspruch schon deutlich besser als noch bei der Premiere. Das zeigt klar Perspektiven auf. Und der Name Atelier-Nacht war auch Programm. Bis etwa 3.30 Uhr reichte die Ausdauer der Gastgeber und ihrer letzten Gäste. Das sonntägliche Angebot - von 11 bis 16 Uhr waren die Ateliers erneut geöffnet - wurde ebenfalls gut angenommen.

 

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