Taiko lässt die alte Fabrik erbeben

Monika Volmer hat in Ihmert die Musikschule für japanisches Trommeln Taiko eröffnet
Monika Volmer hat in Ihmert die Musikschule für japanisches Trommeln Taiko eröffnet
Foto: IKZ

Ihmert..  Der Boden bebt unter dumpfen Schlägen, mehr Bass geht nicht, mehr Begeisterung auch nicht. Mit tänzerischen Bewegungen schlagen sieben Trommler auf das älteste und bekannteste Instrument Japans ein, präzise gedrillt und gefangen im Rhythmus. Taiko - das japanische Trommeln - übt in Ihmert eine ganz neue Faszination aus. Die einzige Taikoschule des Sauerlands hat in der ehemaligen Röttgers-Fabrikhalle eröffnet.

Monika Volmer unterricht seit über zehn Jahren

Lange musste Monika Volmer nach einem neuen Domizil für ihre Taikoschule suchen. Nach vier Jahren erfolgreicher Arbeit in Herdringen wurden ihre Räume verkauft. In der Röttgers-Fabrikhalle an der Ihmerter Straße ist die Mendenerin schließlich fündig geworden.Sie ist ganz begeistert. Auf 350 Quadratmeter hat sich die Fläche verdreifacht. Ein moderner, heller Raum bietet ideale Voraussetzungen für das lautstarke Hobby, dem die 44-Jährige seit Jahrzehnten verfallen ist. „Ich habe ein Faible für Bass und Rhythmus - das ist meine Musik“, sagt sie zum japanischen Trommeln. Dazu komme die Tradition und Geschichte, die diese Jahrtausende alte Trommelkunst umschreibe. Seit über zehn Jahren unterrichtet sie und steckt immer mehr Schüler mit der Begeisterung an. Viele haben den Ortswechsel mitgemacht, üben jetzt wöchentlich in Ihmert, reisen sogar aus Warburg an.

Neugierde reicht als Voraussetzung

Neben dieser eingefleischten Trommeltruppe, die eine choreographische Show beherrscht, gibt es bei den täglichen Kursen immer wieder Neueinsteiger. „Ein großes Herz voller Neugierde reicht als Voraussetzung für jedes Alter“, betont die Musikerin. So waren die ersten Schnupperkurse am Wochenende ausgebucht. „Richtig loslassen und draufhauen kostet die erste Überwindung“, betont sie. Was das heißt, zeigt der erste Selbstversuch.

Die Taiko erwartet kein zaghaftes Trommeln, sondern kraftvolles Einschlagen auf das Trommelfell. „Eigentlich seid ihr das Instrument, die Trommel ist der Lautsprecher. Je mehr ihr von euch abgebt, desto intensiver wird es“, animiert sie. Abgegeben wird erst einmal jede Menge Kraft und Schweiß, ein irgendwie zu langsames linkes Trommelhändchen. Also kräftig ausholen und immer auf den Rhythmus der Lehrerin schauen, um dann schließlich im ersten Trommelflow der Gruppe die Faszination zu erleben.

Kraft, Koordination, Ausdauer, Taktgefühl: Taiko ist Musik und irgendwie auch Sport mit viel Gruppendynamik. „Mit ihrem durchdringenden Bass und der kraftvollen Art des Spielens berührt sie den Menschen in seinem tiefsten Inneren, inspiriert von dem Pochen des Herzschlages ihres eigenen Körpers“, sagen die Japaner.

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