Seehofers Pirouette wird zum Thema in Hemer

Alexander Schuh (l.), Dietmar Wendel (2. v.r.) sowie Rüdiger Rebbe (r.) von der Firma Giersch erklärten Umweltminister Johannes Remmel (2. v.l.) und Bürgermeister Michael Esken (Mitte) beim Rundgang durch den Betrieb die einzelnen Öl- und Gasbrenner der Fima.
Alexander Schuh (l.), Dietmar Wendel (2. v.r.) sowie Rüdiger Rebbe (r.) von der Firma Giersch erklärten Umweltminister Johannes Remmel (2. v.l.) und Bürgermeister Michael Esken (Mitte) beim Rundgang durch den Betrieb die einzelnen Öl- und Gasbrenner der Fima.
Foto: IKZ
NRW-Umweltminister Johannes Remmel äußert sich beim Besuch des Heizgeräteherstellers Giersch zur steuerlichen Förderung der Gebäudesanierung.

Hemer..  Es schien, als hätte der Hemeraner Heizgerätehersteller Giersch den richtigen Riecher gehabt, als er vor einigen Wochen den Besuch von Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel vom Bündnis 90/Die Grünen auf Freitag den 27. Februar terminiert hatten. Denn aufgrund der Kehrtwende am Donnerstag seitens Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer hinsichtlich des milliardenschweren Gebäudesanierungsbonus gab es jede Menge Gesprächsstoff rund um das Thema Heiztechnik.

Den hätte es vermutlich auch ohne diese politische Entscheidung gegeben, denn Remmel machte sich nicht ohne Grund auf den Weg in die Felsenmeerstadt. „Wer den Klimaschutz ernst nimmt, der muss auch den Wärmebereich im Blick haben“, sagte der Minister. Und genau diesen Bereich hat die Firma Giersch, die mittlerweile als Tochterunternehmen der weltweit agierenden Enertech Group handelt, schon seit über 60 Jahren im Blick.

Von Öl- über Gas- bis zu Kombibrennern

„Wir sind immer den politischen und technologischen Umweltentwicklungen gefolgt – das wollen wir auch beibehalten“, sagte Geschäftsführer Alexander Schuh in seiner Begrüßungsrede, die quasi der Startschuss für die Auflistung der etlichen positiven Entwicklungen seit 1951 der Gierschen’ Produktpalette war, die der Minister mit großer Freude folgte. „Es freut mich, dass die Firma Giersch solch eine positive Entwicklung bestreitet und in Südwestfalen für Innovationen steht.“

Und dass sie das auch in Zukunft tun wollen, bewies das Unternehmen mit der Vorstellung der Aktion „Deutschland macht Plus!“. Zusammen mit dem Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) will der Betrieb einen Austausch von alten Ölheizungen gegen effizientere Brennwert-Anlagen erreichen. Dass dies nötig sei, verdeutlichte IWO-Repräsentant Andreas Mahlberg anhand von Zahlen: „Allein in Nordrhein-Westfalen sind fast 900 000 Ölheizungen im Betrieb. Bundesweit sind es mehr als 5,6 Millionen. Doch über 40 Prozent der Ölheizungen sind bereits 20 Jahre oder länger im Einsatz.“

Doch genau an dieser Stelle bricht laut Mahlberg nun ein „Schlüsselinstrument“ weg, um die Endverbraucher für das Thema Modernisierung zu sensibilisieren. Stellte der Beschluss von Bund und Ländern einen Abzug von zehn bis 25 Prozent der Sanierungskosten von der Steuerlast in Aussicht, bleibt es nun bei den geltenden steuerlichen Absetzbarkeitsregeln für Handwerkerleistungen.

Doch nicht als Reaktion auf die Pirouette Seehofers sondern als generell gültige Maßnahme soll nun die Aktion „Deutschland macht Plus!“ greifen und die Kunden bei der Modernisierung ihrer Öl-Brennwertanlage, die bis zu 9 000 Euro kosten kann, finanziell unterstützen. Somit bietet die IWO im Rahmen der Aktion nun eine Aktionsprämie von 300 Euro in Kombination mit einem Fördermittelservice an, der bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau einen Antrag auf eine Förderung von 10 Prozent der Gesamtinvestition stellt. Somit winken dem Kunden eine Ersparnis von 1 200 Euro.

Dies sei laut Mahlberg ein guter Schritt in die richtige Richtung aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Das kann erst erreicht werden, wenn die Leute mit einer Heizung so umgehen, wie mit einem Auto: „Dem Auto verpassen die Leute nach 30 Jahren ein Oldtimer-Kennzeichen und investieren lieber in einen neuen, effizienteren Wagen. Diesen Gedankengang müssen wir auch beim Thema Heizung in die Köpfe der Menschen bekommen.“

Effizienz hilft dem Klima und entlastet den Geldbeutel

Dem stimmt auch Umweltminister Johannes Remmel zu, der sich vor allem im Wärmebereich für mehr Effizienz ausspricht. „Im Wärmebereich schlummert noch großes ungehobenes Potenzial. Wenn wir hier die Effizienz weiter steigern, hilft das unserem Klima und entlastet gleichzeitig den Geldbeutel. Die Energiewende findet damit auch im Heizungskeller statt“, so Remmel, der seine Ausführungen mit den Worten „Die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung ist noch nicht tot“ beendete und damit eine Klammer um die Veranstaltung machte.

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