Schüler wollen nicht essen - die Stadt zahlt

Mensa Einweihung Woeste Gymnasium
Mensa Einweihung Woeste Gymnasium
Foto: IKZ

Hemer.. Die Mensa im Woeste-Gymnasium ist für die Stadt zu einem teuren Zuschussgeschäft geworden. Bis zu 1300 Euro müssen monatlich für Essen bezahlt werden, die keiner haben will.

Den ersten Geburtstag kann die Mensa im nächsten Monat feiern. Die Politik hatte extra auf eine große bauliche Lösung gesetzt, um der Nachfrage Hunderter Schüler gerecht werden zu können. So legte die neue Schulverpflegung auch einen Start nach Maß hin. In den ersten Wochen konnten täglich im Durchschnitt 256 Essen ausgegeben werden. Im Juni allerdings berichtete Schulleiter Eckardt Lüblinghoff im Schulausschuss über einen Rückgang an manchen Tagen auf nicht einmal 80 Essen. Vor allem die Portionsgröße war ein Kritikpunkt der Schüler.

So wurden intensive Gespräche mit dem Caterer geführt. Ein halbes Jahr später konnte Lüblinghoff den Politikern berichten: „Die Portionsgröße liefert nach erfolgter Nachbesserung keinen Anlass mehr zum Klagen.“ Die lange Vorbestellzeit von mindestens einer Woche müsse noch optimiert werden. Im Dezember lag die Zahl der Mittagessen wieder bei ca 100. Es fällt offenbar schwer, die verlorenen Kunden zurückzugewinnen.

Es sind aber nicht die für 3,77 Euro hungrigen Mägen, die Politik und Verwaltung in erster Linie Sorgen bereiten, sondern die Kosten. Bei Vertragsabschluss hat die Stadt dem Caterer eine Mindestabnahme an den drei langen Unterrichtstagen von jeweils 120 Mahlzeiten zugesagt. Jedes nicht abgenommene Essen zahlt die Stadt. Auch wenn jetzt nur noch 20 Essen zur Mindestabnahme fehlen, sind monatlich rund 900 Euro fällig. Da könnte die Stadt auch gleich 120 Pflichtessen mit 60 Cent subventionieren. Bis zu den Sommerferien drohen geschätzte Kosten für „Nichtinanspruchnahme“ von 5000 Euro. Das ist Geld, das für andere Investitionen in den Schulen fehlt.

Nach dem Zwischenbericht in der vergangenen Schulausschusssitzung stehen nun Entscheidungen an. „Wir müssen etwas tun“, betont Schulamtsleiter Heinz Kißmer. Der Vertrag mit dem Caterer läuft noch bis zu den Sommerferien. Eine Verlängerung ist nach Ansicht von Politikern unwahrscheinlich. Eine Lösung könnte eine Kooperation mit der Mensa der Gesamtschule sein. Durch die höhere Essenszahl könnte sich dann auch ein neuer Preis ergeben. Eine Ausschreibung wäre wieder notwendig.

Unabhängig von der Essenszahl zieht das Gymnasium aber eine positive Mensabilanz. Die schönen Räumlichkeiten werden von Schülern aller Stufen gerne angenommen. Auf positive Resonanz stoßen auch die großzügigen Öffnungszeiten morgens bereits ab 7.15 Uhr.

Das warme Mittagessen wird durch einen Imbiss im Kioskbereich ergänzt. Vor allem ältere Schüler neigen zum spontanen Essen. So wurde das Kioskangebot um einige warme Speisen erweitert. Auf dieses schnelle Essen greifen einige Schüler auch zurück, weil sie das umfangreiche Angebot der Übermittagbetreuung nutzen wollen. Renner sind dabei sportliche und musische Angebote sowie das Erlernen des Schachspiels unter Schach-Großmeisterin Carmen Voicu-Jagodzinsky.

 
 

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