Schleier des Vergessens reißt auf

700 Euro aus seinem Spendenaufkommen hat Nikolaus Emil Rumianek im Altenheim Von der Becke an Gudrun Gille und Horst Riedel übergeben
700 Euro aus seinem Spendenaufkommen hat Nikolaus Emil Rumianek im Altenheim Von der Becke an Gudrun Gille und Horst Riedel übergeben
Foto: IKZ

Hemer..  Als der Mann im roten Mantel und mit Bischofsmütze in den Raum tritt, reißt der Schleier des Vergessens bei zwölf an Demenz leidenden Damen und Herren weit auf: ihre Augen beginnen zu strahlen, und ein glückliches Lächeln breitet sich über ihr Gesicht aus. Ganz offensichtlich durchflutet sie eine Welle der Erinnerungen.

Diese Reaktion ist für Nikolaus Emil Rumianek ein neuerlicher Beweis dafür, dass er seit vielen Jahren auf dem richtigen Weg ist, der ihn ins Von-der-Becke-Altenheim führte. Dort sitzt in einem Raum eine Gruppe von Bewohnerinnen und Bewohnern beisammen, um sich zu bewegen. Keine spektakuläre Gymnastik, sondern einfache Übungen im Sitzen, mit kleinen Hilfsmitteln wie Bällen oder Seilen.

Bewegungsangebot fürMenschen mit Demenz

Horst Riedel ist der ehrenamtliche Übungsleiter, der sich sein Wissen über die richtigen Bewegungen für Demenzkranke in mehreren Lehrgängen angeeignet hat. Und Horst Riedel trifft auch im Umgang mit den Senioren genau den richtigen Ton. „Ein Naturtalent“, sagt Gudrun Gille, Vorsitzende des Netzwerkes Demenz, das in Zusammenarbeit mit dem TV Deilinghofen das Bewegungsangebot organisiert hat.

Zwei Gruppen gibt es bisher in der Von-der-Becke-Stiftung, die mittwochs und freitags jeweils für eine Stunde zusammenkommen. Ähnliche Angebote sollen auch in anderen Hemeraner Altenheimen aufgebaut werden, sagt Gudrun Gille. Doch dafür müssen weitere ehrenamtliche Betreuer geschult werden. Deren Ausbildung kostet Geld, ebenso die Beschaffung weiterer Materialen, und da kommt der Besuch des Nikolauses gerade recht. Emil Rumianek ist von der Arbeit des Netzwerkes Demenz im Allgemeinen und diesen Bewegungsangeboten für Demenzkranke im Besonderen begeistert. „Das muss einfach unterstützt werden“, sagt Rumianek und ist deshalb nicht mit leeren Händen gekommen. 700 Euro stecken in dem Umschlag, den er Gudrun Gille überreicht.

Bewegung und Sport mehr als ein Zeitvertreib

Die Senioren singen zur Akkordeonbegleitung von Horst Riedel „Nikolaus komm in unser Haus“ . Allen fällt der Text ein. Bewegung und Sport bedeuten für Demenzkranke weit mehr als nur Zeitvertreib. Sie stärken die positiven Lebenskräfte, erhalten möglichst lange die Motorik, steigern Wohlbefinden, Aufmerksamkeit und Konzentration, fördern das Selbstvertrauen und verbreiten im gemeinschaftlichen Erleben gute Laune. Deshalb sind auch Demenzkranke, die nicht im Altenheim leben, in den Gruppen willkommen.

Auskunft erteilt Horst Riedel unter der Rufnummer 02372/910807.

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