Nachwuchs gesucht: Wehr verstärkt Mitgliederwerbung

Ralf Engel
Jahresabschluss Feuerwehr
Jahresabschluss Feuerwehr
Foto: IKZ

Hemer. Von Großbränden ist Hemer 2011 verschont geblieben, doch 167 Alarme insgesamt, 384 Hilfeleistungen und 4828 Rettungs- und Krankenfahrten bescherten der Feuerwehr viel Arbeit. Eine erste Jahresbilanz zog Feuerwehrchef Dieter Tönnes traditionell auf der Jahresabschlussfeier.

Vor allem 67 Kleinbrände (55 im Vorjahr) sorgten für eine Einsatzhäufung. Ein Sorgenkind bleibt die hohe Zahl der Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen. Insbesondere der Löschzug Süd und Mitte waren durch Kliniken und Altenheime von den 68 Fehlalarmen betroffen (50 im Vorjahr). Die Stürme und Regengüsse haben 2011 einen kleinen Bogen im Hemer gemacht. Während in den Nachbarstädten so manche Keller vollliefen, blieb die Felsenmeerstadt verschont. Das hat zu einem Rückgang der Hilfeleistungen von 456 in 2010 auf 384 geführt.

Beim Krankentransport gibt es zunehmend Konkurrenz durch private Anbieter, so wird bis zum Jahreswechsel ein leichter Rückgang auf rund 600 erwartet. Die Zahl der Rettungsfahrten bleibt mit rund 2850 konstant. Häufiger musste der Notarzt ausrücken (1452 Einsätze).

Die Feuerwehr freut sich über einen Zuwachs bei den ehrenamtlichen Kräften. Deren Zahl stieg von 258 auf 279. „Eine stolze Zahl, aber noch nicht genug“, sagte Feuerwehrchef Dieter Tönnes. Daher soll die Mitgliedergewinnung noch intensiviert werden.. „Die beste Mitgliederwerbung ist aus meiner Sicht die Jugendarbeit und das Werben direkt von den Löschgruppen aus“, so Tönnes, der die gute Kameradschaft betonte. Für die Mitgliederwerbung soll ein zukunftsweisendes Konzept entwickelt werden, in das auch Migranten einbezogen werden sollen, kündigte der künftige Feuerwehrchef Markus Heuel an.

Bei den hauptamtlichen Feuerwehrleuten hat es mit 44 Einsatzkräften im Schichtdienst 2011 keine Veränderung gegeben. Im April werden drei Kameraden ihre Ausbildung beenden und das Team verstärken. Sechs zusätzliche Rettungskräfte (drei über die Stadt und drei über den Malteser Hilfsdienst) sind nach dem neuen Rettungsdienstbedarfsplan ab dem 1. Februar notwendig, denn dann wird der zweite Rettungswagen rund um die Uhr besetzt. Bislang war er nur tagsüber werktags personell einsatzbereit.

Bei der Technik und Ausstattung hat es 2011 eine Verzögerung gegeben. An Formalitäten ist der Kauf eines neuen Tanklöschfahrzeuges für Ihmert gescheitert. Nun erfolgt eine neue Ausschreibung, aber bis zur Lieferung könnte es 2013 werden. Auch ein neuer Gerätewagen und ein Krankentransportwagen sollen angeschafft werden. Dafür freut sich die Wehr aber über die Fertigstellung des neuen Gerätehauses Landhausen. Die Löschgruppe hat jetzt mit den Eigenleistungen begonnen.

Mit einem Führungswechsel wird das neue Jahr für die Feuerwehr beginnen. Am 6. Januar wird Dieter Tönnes nach zwölf Jahren Wachenleitung und zehn Jahren als Chef der Stadtfeuerwehr in die Alters- und Ehrenabteilung versetzt. Er dankte nochmals allen Gästen der Jahresabschlussfeier aus Politik, Vereinen, Verwaltung und Wirtschaft für die gute Zusammenarbeit. Neuer Wachenleiter wird Markus Heuel und Ralf Westhelle sein Stellvertreter. Markus Heuel wird auch neuer Wehrführer, die Stellvertreter sind Werner Fingerhut und Detlef Humbeck.

Bürgermeister Michael Esken dankte allen Feuerwehrleuten für die geleistete Arbeit. „Beim Ehrenamt sind wir auf einem guten Weg. Die Feuerwehr ist eine wichtige Stütze“, sagte er.