Letzte Gleise verschwinden: Freifläche für Elektromarkt

Hemer/ Menden.. Es gibt „grünes Licht“ für den Gleisabbau auf dem früheren Bahnhofsgelände und damit auch für den Bau eines Elektrofachmarktes. Schon in Kürze sollen die letzten Gleise verschwinden, die Ausschreibung für die Arbeiten läuft bereits.

Damit reagiert die Stadt Hemer direkt auf die Rückbaugenehmigung der Bezirksregierung. Der Abbau der Bahngleise zwischen Hemer und Menden (Oesetalbahn) ist grundsätzlich genehmigt worden. Dabei werden allerdings zwei Bereiche getrennt.

Die Bahnhofsfläche hinter dem Schotterparkplatz kann sofort vermarktet, umgenutzt und auch entwidmet werden. Dadurch steht die Fläche nun für den Bau eines Elektrofachmarktes zur Verfügung. Das Bebauungsplanverfahren läuft. Auch die Fortschreibung des Einzelhandelsgutachtens macht keine Einschränkungen. Durch die neuen Einzelhandelsansiedlungen wie das Medio-Center können bereits fünf Prozent mehr Kaufkraft als im Jahr 2007 in Hemer gebunden werden. Die Handelsergänzung zwischen Nöllenhof- und Felsenmeercenter wird für sinnvoll erachtet. Der Planungsausschuss beschäftigt sich am 8. Dezember mit dem Gutachten. „Das Primärziel der Stadt Hemer ist erreicht, das Sekundärziel ist der Radweg“, sagt Bürgermeister Michael Esken.

Für dieses Sekundärziel gibt es in der Genehmigung der Bezirksregierung einen Vorbehalt: Der Abbau der Bahnanlagen zwischen Menden und Stephanstraße darf erst beginnen, wenn eine Potenzialuntersuchung besagt, dass die Reaktivierung der Bahnstrecke unwirtschaftlich ist. „Eisenbahnverkehr ist auch nach ergebnislosen Ausschreibungen absehbar nicht zu erwarten“, stellt die Bezirksregierung bereits fest. Auch durch die Anlage eines Radweges sei eine zukünftige Wiederaufnahme des Eisenbahnverkehrs nicht endgültig ausgeschlossen. Auch eine Entwidmung des Streckenabschnitts sei nicht vorgesehen.

Die Abrissgenehmigung aus Arnsberg wird nun je nach Interessenlage unterschiedlich gewertet. So empfinden die Anhänger einer reaktivierten Bahnstrecke den Vorbehalt der Potenzialanalyse als Etappensieg. „Eine weitere Hürde bei dem Bemühen um die durchgehende Bahnstrecke Hemer-Menden-Dortmund ist geschafft“, erklärt Ingrid Ketzscher von den Mendener Grünen. Im Mendener Rathaus sieht man die Einschränkung der Genehmigung weniger hart. Grundsätzlich könnte der Abriss am ersten Tag nach Vorlage des Gutachtens beginnen, meint Manfred Bardtke, Pressesprecher der Stadt Menden.

Noch weiter geht der Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg, Christoph Söbbeler. Der Schienenrückbau könne auch sofort beginnen. Denn selbst wenn ein Radweg gebaut würde, bleibe eine Reaktivierung der Bahnstrecke möglich. Die Trasse bestehe schließlich weiter.

So sieht es auch Bürgermeister Michael Esken. Die Genehmigung lasse keinen Raum für Interpretationen. „Es ist ein Verlust der Mendener Grünen auf ganzer Linie.“ Wichtig für Hemer sei vor allem, dass jetzt der Elektrofachmarkt gebaut werden könne.

 
 

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