Lebensnotwendiges Training

(ola)
Feuerwehren aus dem Märkischen Kreis haben auf dem Verkehrsübungsplatz am Sauerlandpark trainiert.
Feuerwehren aus dem Märkischen Kreis haben auf dem Verkehrsübungsplatz am Sauerlandpark trainiert.
Foto: IKZ

Hemer. Auf dem Übungsgelände der Deutschen Verkehrswacht im Sauerlandpark Hemer trainierten die Feuerwehren des heimischen Raumes.

„Da steigt das Adrenalin schon echt hoch, sobald man sich hinter das Steuer setzt. Denn mit den mehreren tausend Litern Wasser, die wir dabei haben, kann man schnell umkippen. Dann wird es gefährlich – und zwar für alle!“

Vor fünf Wochen hat Sven König (29), Feuerwehrmann bei der Feuerwehr Hemer, seinen Führerschein für das Löschfahrzeug gemacht und gehört nun zu jenen, die im Falle eines Brandes ausrücken und dabei hinter dem Steuer sitzen. Gemeinsam mit 14 Kameraden aus dem Märkischen Kreis hat er gestern zum ersten Mal am Fahrsicherheitstraining für die Feuerwehren auf dem Übungsgelände der Deutschen Verkehrswacht am Sauerlandpark teilgenommen.

„Ein Einsatz im Kreis Heinsberg hat vor kurzem zu einem Todesfall geführt. Eins der Fahrzeuge war umgekippt und hatte den Beifahrer so eingeklemmt, dass dieser starb. Vor zwei Jahren fuhr durch einen Verkehrsunfall die Drehleiter heraus, schoss auf die Kreuzung direkt in ein Taxi. Vier Menschen starben. Wenn wir zu einem Einsatz raus müssen, möchte man natürlich schnellstmöglich vor Ort sein, hat aber auch eine unheimlich große Verantwortung“, erzählt der Fahrtrainer und hauptberufliche Feuerwehrmann Sven von der Osten auf dem Trainingsgelände.

Denn mit so einem 16 Tonnen schweren Fahrzeug zügig durch den Verkehr zu kommen, dabei die eigenen Leute nicht zu gefährden und gleichzeitig auf die anderen Verkehrsteilnehmer zu achten, das ist eine enorme Beanspruchung - körperlich und psychisch. Sven von der Osten: „Daher sind diese Schulungen regelrecht lebensnotwendig.“

Hohe Beanspruchung

Die ersten Fahrmanöver hatten alle Teilnehmer gut hinbekommen. Das Abbremsen auf nasser Fahrbahn war für die Anfänger kein Problem. Sven von der Osten demonstrierte im Anschluss, wie stark das Fahrzeug beim Verlust der Haftung der Reifen der Hinterachse ausbricht.

„Das waren erst die Basics und echt noch easy. Jetzt ist Schluss mit lustig“, so der hauptberufliche Fahrtrainer Horst-Günther Ahrens aus Grevenbroich zu der Gruppe, während er die orangenen Pylone umsetzt. Denn jetzt wird es winterlich auf der Straße, zumindest in der Simulation. Mit einem Reifenpaar auf dem nassen, mit dem anderen auf dem trockenen Asphalt muss gefahren und abgebremst werden.

Horst-Günther Ahrens: „Man muss sein eigenes Fahrzeug beherrschen und auch immer für die anderen Verkehrsteilnehmer mitdenken, denn ihr Fehlverhalten führt oft zu Unfällen. Das Bremsen bei Schnee ist besonders wichtig. Das müssen die draufhaben.“ Schließlich brenne es auch im Winter.