Keine Geburten mehr in Paracelsus-Klinik

Hemer/ Menden..  Der Geburtsort Hemer verschwindet, die Paracelsus-Klinik wird voraussichtlich schon zum Monatsende ihre Geburtsstation schließen. Im vergangenen Jahr kamen rund 180 Kinder in der Hemeraner Klinik zur Welt.

Bereits für 2010 war die Schließung geplant gewesen, die die Paracelsus-Klinik aber wieder zurückgenommen hatte. Seither gab es aber nur noch Beleg-Hebammen und einen Beleg-Arzt. Doch selbst dieser Schritt hatte keinen Bestand: „Wir hatten uns entschieden, die Station zum 31. Dezember 2012 zu schließen“, so Verwaltungsleiter Denis Busch.

Dass es jetzt schon früher dazu kommt, hat seinen Grund: Drei Hebammen sind bereits vorzeitig in Richtung Mendener Vincenz-Krankenhaus abgewandert. Die erste habe im Januar ihren Vertrag gekündigt, die anderen seien gefolgt, so Busch: „Das hat uns schon sehr enttäuscht.“ Man habe versucht, neue Hebammen zu verpflichten, doch dies sei nicht gelungen, so dass man Ende März die Arbeit einstellen müsse.

Sind die Hemeraner auch über das Verhalten der Hospitalvereinigung enttäuscht? Geschäftsführer Denis Busch äußert sich zurückhaltend, lässt aber durchblicken, dass er sich einen anderen Weg gewünscht habe. Schließlich habe man frühzeitig das Gespräch mit der Hospitalvereinigung gesucht, um ein geordnetes Auslaufen zum Jahresende zu garantieren.

Gesamtwirtschaftlich treffe das Aus die Hemeraner Klinik aber nicht, so Denis Busch: „Wir sind derzeit überbelegt und werden erweitern.“ Die Verpflichtung der früheren Wimberner Ärzte Dr. Thomas Matuschek und Dr. Rainer Kunterding sei ein großer Erfolg gewesen. Sie hätten der Paracelsus-Klinik viele neue Patienten gebracht. Personell habe man kontinuierlich aufgestockt und auch Beschäftigte der Katholischen Hospitalvereinigung, die mit dem Aus des Balver Krankenhauses um ihren Job fürchten mussten, übernommen.

Das Wissen um das baldige Ende in Hemer dürfte wohl Hintergrund für die Einschätzung der Katholischen Hospitalvereinigung gewesen sein, dass die geburtshilflich-gynäkologische Station im Vincenz-Krankenhaus trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens nicht gefährdet sei. Experten hatten bezweifelt, dass die Mendener Station mit den bisherigen Geburtszahlen annähernd wirtschaftlich zu betreiben wäre.

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