Im Christkönig-Kindergarten setzt der Nachwuchs „matt“

Die mehrfache Schach-Meisterin Carmen Voicu-Jagodzinski vom Schachverein Hemer bringt Jungen und Mädchen aus dem Kindergarten Christkönig das Schach spielen bei.
Die mehrfache Schach-Meisterin Carmen Voicu-Jagodzinski vom Schachverein Hemer bringt Jungen und Mädchen aus dem Kindergarten Christkönig das Schach spielen bei.
Foto: IKZ

Hemer..  Sechs Kinder sitzen an Tischen und schauen gebannt auf ein großes, magnetisches Schachbrett. Aufgeregt rufen sie Ideen und Lösungen für einen Spielzug in die Runde. Tim wird aufgerufen und geht zum Schachbrett, um seinen Vorschlag zu zeigen: „Schach matt!“

Mit Unterstützung des Schachvereins Hemer ist der erste Schachkurs im Christkönig-Kindergarten angeboten worden. An sechs Nachmittagen haben die Kleinen die Namen der Figuren gelernt, verschiedene Laufwege und Regeln. Durch Förderung des Landessportbunds NRW konnten entsprechende Materialien wie farbige Schachbretter und Lehrbücher angeschafft werden.

Die Leitung des Schachkurses hat die mehrfache Schach-Meisterin und Nationaltrainerin Carmen Voicu-Jagodzinsky übernommen. Sie ist selber Mutter und weiß genau, wie sie den Kleinen den Denksport näher bringen kann. „Den Zugang hat sie schnell gefunden, und die Kinder waren von Anfang an offen und begeistert bei der Sache“, erzählt ihr Mann und Vorsitzender des Schachvereins Hemer, Andreas Jagodzinsky. „Weil der Unterricht an die Altersgruppe angepasst wird, haben alle schnell dazu gelernt. Die Theorieeinheit ist zum Beispiel nur zehn Minuten lang.“

Schach soll durch vermehrtes Angebot populärer werden

Neben dem spielerischen Zugang zur Theorie können die Sprösslinge das Gelernte direkt anwenden und gegeneinander Partien spielen. Beim Zuschauen wird sofort deutlich, dass das Mädchen und die fünf Jungen mit viel Spaß bei der Sache sind.

Andreas Jagodzinksy ist mehr als zufrieden mit diesem ersten Versuch, den Schach in die Kindergärten zu bringen und dabei junge Talente, sowie das Aufnahmevermögen der Kinder zu fördern. Am Gymnasium laufen bereits sechs Kurse pro Woche. Der Verein habe sogar genug Trainer, um auch an den Grundschulen Kurse anzubieten.

Die Begeisterung sei von Beginn an vorhanden gewesen, als sich neun Kinder auf den Aushang im Kindergarten meldeten. „Nun muss man überlegen, Elternkurse anzubieten, damit die Kinder auch zu Hause gegem Vater und Mutte Schach spielen können.“

Zum Abschluss des Kurses erhält jeder der jungen Denksportler eine Medaille und Urkunde für das fleißige Mitarbeiten. Der Schachverein überlässt dem Christkönig-Kindergarten zudem zwei Schachbretter und hofft, dass eventuell ein zweiter Schachkurs organisiert werden kann. Andreas Jagodzinsky gesteht ein, dass „dafür weitere Subventionen vom Land notwendig“ seien, aber vielleicht wird Schach neben Musik- und Sportangeboten regulär in Kindergärten angeboten werden.

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