Hündin Lulu bleibt nach Hammer-Attacke im Tierheim

Der misshandelte Hund aus Hemer wird im Tierheim Iserlohn untergebracht.
Der misshandelte Hund aus Hemer wird im Tierheim Iserlohn untergebracht.
Foto: Michael May
Eine Seniorin hatte sich den Hund angeblich nur zum Gassigehen ausgeliehen und schlug dann mit dem Hammer auf Lulu ein, um sie zu töten: Die Tat einer 72-Jährigen sorgt nicht nur in Hemer für Entsetzen.

Hemer.. Auch einen Tag nach der Attacke mit einem Hammer bleibt die Hündin weiterhin im Iserlohner Tierheim. Verängstigt sitzt das Tier, das auf den Namen Lulu hört, in der Ecke, lässt niemanden an sich heran. Das Kreisveterinäramt gibt die Hündin nicht frei, bis sie sich erholt hat, zu schwerwiegend sind die Verletzungen.

Im Tierheim hat man schon einiges an verwundeten Hunden gesehen, aber Lulu hat es ebenfalls schlimm erwischt. Nicht nur körperliche Schäden trägt sie davon, auch die kleine Hundeseele leidet.

Hündin Lulu sollte in gute Hände vermittelt werden

Am Dienstagmorgen war das Tier durch Schläge mit einem Hammer malträtiert worden; die 72-jährige mutmaßliche Täterin gab gegenüber der Polizei an, den Hund töten zu wollen (wir berichteten exklusiv).

Lulu kommt eigentlich aus Menden, war aber auf Zeit bei einer Hemeraner Familie untergebracht, die den Hund nach eigenen Angaben in gute Hände weiter vermitteln wollte, um ihn vor dem Tierheim zu bewahren.

„Die Hündin war erst drei Wochen bei uns. Ich bin völlig geschockt“, sagte die Mutter der Familie im Gespräch mit der Heimatzeitung. An besagtem Dienstagmorgen habe die Seniorin, die sie nach ihren Angaben erst seit kurzem kennt, um 9 Uhr an der Haustür geschellt. Die 37-Jährige sei noch im Schlafanzug gewesen und habe den Besuch abwimmeln wollen und gesagt, dass sie jetzt keine Zeit habe. Daraufhin habe die Seniorin signalisiert, dass sie mit dem Hund spazieren gehen wolle und dass die Familienmutter ihn später ja wieder abholen könne, wenn sie zu Hause alles erledigt habe.

„Wenn ich geahnt hätte, was passiert, hätte ich den Hund niemals mitgegeben“, so die derzeitige Pflegerin, die gestern und vorgestern mehrfach versucht hat, die Hündin wieder zu sich zu holen. „Ich bin doch ihre Bezugsperson“, sagt sie. Für das Veterinäramt ist zurzeit aber noch gar nicht geklärt, wer der eigentliche Besitzer des Hundes ist. Deshalb ist es auch nicht klar, wann die vierjährige Lulu das Iserlohner Tierheim wieder verlässt. Zudem gehen die Tiermediziner davon aus, dass Lulu vor der Hammer-Attacke nicht artgerecht gehalten worden ist, worauf die Hautkrankheit deuten könnte. Diese Information gab es am Mittwoch aus der Pressestelle des Märkischen Kreises. Die Untersuchungen laufen weiter.

Auf dem Grundstück an der Brahmsstraße geschah am Dienstag gegen 9.50 Uhr – keine Stunde nachdem der Hund „ausgeliehen“ worden war, das Unfassbare. Die alte Dame holte einen Hammer und schlug auf die hilflose Hündin ein. Beim Eintreffen der Polizei erklärte sie zunächst, gar keinen Hund zu haben – bis das Tier schwer verletzt gefunden wurde.

Energisches Einschreiten der Nachbarn die Rettung

Durch das energische Einschreiten der Nachbarn und die Alarmierung der Polizei konnte das Hundeleben gerettet werden. Immer noch hat eine Anwohnerin das „Schreien“ des Tieres und das dumpfe Schlagen im Ohr, kann immer noch nicht fassen, was in der direkten Nachbarschaft geschehen ist. Die vorübergehende Pflegerin des Tieres beschrieb die Seniorin am Dienstag als eine Frau mit einem gehörigen Wissen, was Pflanzen und Kräuter betrifft. Hündin Lulu hat Probleme mit der Haut, die habe sich die Seniorin mal genauer anschauen wollen. „Ich war ein paar Mal dort. Die Frau war immer sehr dominant. Ich hatte manchmal ein komisches Gefühl in der Magengegend“. Dass sich echter Tierhass hinter der lächelnden Fassade verberge, das habe sie aber nicht vermutet.

Auf dem Grundstück der Hemeranerin zeugen einbetonierte Scherben auf dem Torrahmen und im Garten mit der Nadel nach oben aufgestellte Spritzen davon, dass Tiere bei ihr nicht erwünscht sind.

Nach dem Abschluss der polizeilichen Ermittlungen entscheidet die Staatsanwaltschaft, wie weiter mit diesem Fall umgegangen wird und ob die 72-Jährige sich vor Gericht verantworten muss.

 

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