„Halb Hemer“ sucht Hündin Sarah

Am 28. August 2014 ist Hündin Sarah entlaufen und irrt seitdem durch Hemer. Daniel Schulz wollte der Hündin aus Bulgarien ein besseres Zuhause geben.
Am 28. August 2014 ist Hündin Sarah entlaufen und irrt seitdem durch Hemer. Daniel Schulz wollte der Hündin aus Bulgarien ein besseres Zuhause geben.
Foto: IKZ

Hemer.  Es ist der Alptraum für jeden Hundebesitzer, und mittlerweile fiebert halb Hemer mit Daniel Schulz. Der 20-Jährige hat eine Schäferhund-Mischlingshündin über private Kontakte aus Bulgarien „adoptiert“, und genau dieses Hundemädel läuft seit dem 28. August in Hemer herum und lässt sich nicht mehr einfangen.

Die Hündin sollte bei dem jungen Hemeraner ein besseres Zuhause bekommen, ein würdiges Hundeleben haben. Als ihm der Hund gebracht wurde, war Daniel Schulz schnell klar, dass seine Sarah, wie er die hübsche Hündin genannt hat, einiges durchgemacht haben muss. „Sie war total ängstlich und hat sich direkt unter dem Bett verkrochen“, so der 20-Jährige. Es wurde im Laufe der Wochen immer ein bisschen besser; der Hundebesitzer konnte problemlos mit dem Tier spazieren gehen, Sarah fraß mittlerweile auch sehr gut und fasste nach und nach immer mehr Vertrauen.

Seit 28. August lebt Sarah auf der Straße

Dann geschah am 28. August das für Daniel Unfassbare. Beim Spaziergang im Park riss sich die Hündin plötzlich los, ignorierte alle Rufe ihres Herrchens und verschwand. Seitdem ist der junge Mann auf der Suche nach dem Tier, unterstützt von vielen Hemeraner Hundefreunden. Alle halten die Augen offen, viele haben Sarah auch gesehen, doch einfangen konnte sie niemand. Oft treibt sie sich im Bereich des Dulohs herum, wird immer wieder wieder in verschiedenen Gärten gesichtet, die sie zum Unmut der Besitzer auch teils verwüstet. So hat die Hündin, die gerade mal ein Jahr alt ist, bereits einige Schäden angerichtet.

Daniel Schulz hat, direkt nachdem Sarah weggelaufen ist, sofort die Polizei und das Tiermelderegister Tasso benachrichtigt. Andere Tierschützer versuchen es nun mit sogenannten Lebendfallen. Daniel Schulz ist voller Sorge, hat sich ebenfalls viele Nächte draußen aufgehalten. Ohne Erfolg. „Der Winter ist bald da. Abends ist es schon richtig kalt. Ich hoffe sehr, dass man sie findet“, so der Hemeraner. Er steht selbstverständlich in Kontakt mit den Tierschützern, die angeboten haben, Sarah aufzunehmen, wenn man sie gefangen hat.

Wenn Daniel Schulz über dieses Angebot nachdenkt, ist er zwiegespalten. „Einerseits habe ich sie so in mein Herz geschlossen, andererseits scheint sie einiges durchgemacht zu haben. Diese Leute haben vielleicht mehr Erfahrung im Umgang mit solchen Hunden“. Er selbst habe nur Gutes tun wollen, als er Sarah zu sich geholt hat, versichert der Hemeraner, der hofft, dass die Hündin schnell gefunden wird.

Die Tierärztin Sabine Roeb sieht die Vermittlung von Hunden aus dem Ausland kritisch: Auf Anfrage unserer Zeitung sagte sie: „Häufig sind diese Hunde in ihrer Prägephase wenig mit Menschen in Kontakt gekommen und mit unserer lauten Stadtwelt überfordert. Jeder, der einen Hund retten möchte, sollte genau nachfragen, wie der Hund bisher gelebt hat“.

 
 

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