Große Buddelei für ein schnelleres Internet

Bauarbeiten der Telekom für die Breitbandversorgung
Bauarbeiten der Telekom für die Breitbandversorgung
Foto: Ralf Engel

Hemer..  Es gibt in der Innenstadt kaum eine Straßenecke, an der nicht gebuddelt wird. Leerrohre verschwinden im Erdreich, Glasfaserkabel werden eingezogen, Kupfer - und Glasfaserkabel in neuen Schaltkästen angeschlossen: Die Telekom investiert in die Breitbandversorgung und will zumindest in großen Teilen des Stadtzentrums für schnelleres Internet sorgen. Bis Ende des Jahres sollen rund 7600 Haushalte davon profitieren können.

Nach dem Breitbandatlas NRW sind 76,8 Prozent des Stadtgebietes mit schnellem Internet von mindestens 50 Mbit versorgt, 78,4 Prozent erreichen mindestens 30 Mbit in der Sekunde. Ein Großteil der schnellen Anbindungen wird derzeit durch das Kabel-TV erreicht und nicht über die Telefonsteckdose.

Bis Jahresende sollen Bauarbeiten beendet sein

In Teilen von Deilinghofen, Brockhausen, Apricke und Sundwig kann nach erfolgtem Ausbau bereits mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) im Internet gesurft werden. Die Telekom ist außerdem dabei, die Bereiche Niederhemer, Oberhemer, Landhausen, Stübecken, Becke, Oese und Westig mit schnelleren Anschlüssen zu versorgen. Dabei tauscht die Telekom die Kupferkabel aus, die von der Vermittlungsstelle zum Verteilerkasten laufen, und ersetzt sie durch Glasfaserkabel. Für die verbleibenden Kupferkabel soll das sogenannte Vectoring helfen. Es beseitigt die elektromagnetischen Störungen, die es zwischen den Kupferleitungen gibt, die vom Verteilerkasten am Straßenrand zum Router in der Wohnung des Kunden laufen. Bis Ende 2016 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Welche Straßen davon profitieren werden, ist auf der Breitbandkarte Deutschland zu sehen. Deutlich wird dabei auch, dass manche Wohngebiete wie die ehemalige Britensiedlung in Sundwig nicht erschlossen werden. Auch in den Außenbereichen surfen viele Bürger im Schneckentempo.

Förderfähige Gebiete im Ihmerter Tal und Frönsberg

„Das Ziel im Stadtgebiet Hemer sollte es sein, analog zu dem Ziel der nationalen Breitbandstrategie bis 2018 möglichst eine flächendeckende Breitbandinfrastruktur mit Download-Geschwindigkeiten von mindestens 50 Mbit zu schaffen“, hat der Rat beschlossen. Dabei sollen die Förderprogramme von Bund und Land hilfreich sein. Eine erste Förderung in Höhe von 50 000 Euro für die Planung hatte die Stadt bereits zu Jahresbeginn erhalten. Jetzt hat der Rat den Bürgermeister beauftragt, eine Kooperationsvereinbarung mit dem Märkischen Kreis abzuschließen. Gemeinsam mit der Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen sollen die Fördertöpfe angezapft werden.

Bei der Gewerbegebietsförderung sind die Eisenbahnschleife und Ihmert beantragt. Auch vom Bundesförderprogramm könnte das Ihmerter Tal mit Bredenbruch, Ihmert, Haßberg und Frönsberg profitieren. Über 3000 Einwohner wohnen in dem „förderfähigen Gebiet“. Außerdem hat die Stadt Riemke und Stübecken/Teichstraße als förderfähig eingestuft. Bis zum Haupt- und Finanzausschuss am 3. November sollen die Kosten ermittelt sein. Dann soll die Politik entscheiden, welche Gebiete in Anbetracht der eigenen Finanzen zum Zuge kommen.

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