Geld für Kampf gegen Schlaglöcher

Nur einen Steinwurf von der Einkaufszone entfernt, aber sicher kein Aushängeschild und eine Zumutung für die Anwohner: Die Friedrich Grohe-Straße soll noch in diesem Jahr instandgesetzt werden.
Nur einen Steinwurf von der Einkaufszone entfernt, aber sicher kein Aushängeschild und eine Zumutung für die Anwohner: Die Friedrich Grohe-Straße soll noch in diesem Jahr instandgesetzt werden.
Foto: IKZ

Hemer..  Bei wenigen Problemfeldern schmerzt der Sparzwang so heftig, wie angesichts vieler maroder Straßen in Hemer. Doch trotz aller Bemühungen, den Haushaltausgleich zu schaffen (siehe auch nebenstehenden Bericht), sollen drei größere Straßenausbauten beziehungsweise -reparaturen noch in diesem Jahr angegangen werden: Die Frönsberger Straße für 430 000 Euro, die Friedrich-Grohe-Straße für 450 000 Euro und die Straße Am Ballo für 790 000 Euro. Die Haushaltsansätze für alle drei Projekte ließ der STUV am Dienstag unangetastet, und so könnte es nach Verabschiedung des Haushaltes losgehen.

Bei den Anwohnern der Frönsberger Straße und der Friedrich-Grohe-Straße wird das eitel Freude auslösen, denn dort fallen entweder keine Beiträge der Anlieger zu den Kosten an oder sind bereits bezahlt. Die Ballo-Anlieger werden allerdings auch in die eigene Tasche greifen müssen: Wie tief genau wird ihnen in einer Anliegerversammlung rechtzeitig vorgestellt. Beitragspflichtig sind 65 Prozent der Kosten für Fahrbahn und Grünflächen, bei 70 Prozent für Straßenbeleuchtung und Kanalisation und bei 75 Prozent für Bürgersteige und Parkstreifen.

Andrea Lipproß (FDP) hält die Ballo-Sanierung in der vorgestellten Version für viel zu aufwendig und damit zu teuer. Sehr ausführlich und detailreich kritisierte sie die Planungen, plädierte dafür, auf Straßenbäume und Grünflächen zu verzichten – auch um Folgekosten zu sparen. Parkflächen wären für sie durch Linien ausreichend gekennzeichnet, am besten durch aufgesatteltes Parken auf den Bürgersteigen.

Die Fachleute aus dem Planungsamt reagierten auf die Lipproß-Vorschläge allerdings mit kaum verhohlenem Entsetzen und stellten klar, dass gewisse städteplanerische Standards unverzichtbar seien und am Ende des Ausbaus ein „ordentliches Ergebnis“ stehen müsse. Das hielt Andrea Lipproß jedoch nicht davon ab, ihre Vorstellung von einer auf 500 000 Euro „verschlankten“ Lösung in einen entsprechenden Antrag münden zu lassen. Für den fand sich aber keine Mehrheit: Nur Andrea Lipproß selbst votierte mit Ja. Stattdessen wurde gegen ihre Stimme der Ausbau des Ballo in der von der Verwaltung vorgeschlagenen Form abgesegnet.

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