„Es bleiben Scham und Verstörung“

Holocaust-Gedenktag auf dem jüdischen Friedhof am Perick
Holocaust-Gedenktag auf dem jüdischen Friedhof am Perick
Foto: IKZ

Hemer..  „Es ist ein Ort, an dem wir mit dem Herzen sind, oder wir sind gar nicht hier“, begann Pastor Wilhelm Gröne seine Rede zum Holocaust-Gedenktag. Deutlich mehr Bürger als in den Vorjahren waren am Dienstagabend auf den jüdischen Friedhof gekommen, weil es ihnen eine Herzenssache war, der Opfer zu gedenken.

Dieser Moment des Innehaltens sei schon das Wichtigste auf einem Friedhof, betonte Gröne. Hier lerne man Nachdenken, Innehalten und Tolerieren. „Es geht darum, Hass zu überwinden, Nähe zu zeigen und mit dem Herzen zu leben. Es bleiben Scham und Verstörung“, sagte er und wünschte allen ein waches Gewissen und zur rechten Zeit Zivilcourage.

Die aktuellen Geschehnisse wie rechtsextreme Gewalt, IS-Terror und Pegida griff Bürgermeister Michael Esken auf. „Deutschland muss reden. Wir müssen reden, aufklären, die Tatsachen vorbringen“, betonte er. Auch müsse man wissen, welch grausame Erfahrungen Flüchtlinge gemacht hätten, darunter auch Folter. Viele Menschen auf der Welt könnten jetzt auf gleich in diese Situation geraten. Esken appellierte zu einem „aufklärenden Handeln für Toleranz“. Gemeinsam legten der Bürgermeister und Pastor Gröne einen Kranz zum Gedenken an die ermordeten jüdischen Familien in Hemer nieder.

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