E-Bike dient vermehrt als Autoersatz

Ralf Engel
Die Verwaltungsspitze um Bürgermeister Esken und die Aussteller eröffneten den Elektromobilitätstag auf dem Hademareplatz.
Die Verwaltungsspitze um Bürgermeister Esken und die Aussteller eröffneten den Elektromobilitätstag auf dem Hademareplatz.
Foto: IKZ

Hemer.  Von einem solchen Trend wie bei den E-Bikes können die Erbauer von Elektroautos nur träumen. „Bei gut 20 Prozent liegt der Verkauf der E-Bikes“, sagt der Mendener Fahrradhändler Guido Dünnebacke und präsentiert auf dem Hademareplatz drei flinke Räder mit Akku. Nebenan zeigt das Autohaus Nixdorf drei Elektroautos. Sie sind noch Exoten auf deutschen Straßen: Gerade einmal bei 0,04 Prozent lag ihr Anteil 2014 in Deutschland. Elektromobilität ist dennoch ein Thema für viele Bürger. Das zeigte der Infotag im Rahmen der Klimawoche.

Vor allem bei den E-Bikes ist der Trend ungebrochen. Der Name E-Bike hat sich durchgesetzt, obwohl ja korrekt von Pedelec die Rede sein müsste, denn das Pedelec (Pedal Electric Cycle) unterstützt den Fahrer mit einem Elektromotor während des Tretens. „Vor fünf Jahren war das Fahrrad einfach Freizeitvergnügen, das hat sich gewandelt, jetzt dient es vermehrt als Autoersatz“, beobachtet Guido Dünnebacke. Somit wird das Fahrrad ganzjährig genutzt und viel häufiger, so dass sich die Investition in einen Elektromotor eher lohnt. Wie komfortabel und einfach E-Bikes zu nutzen sind, konnten Hemeraner direkt auf dem Platz testen. Neben einem klassischen Pedelec standen ein Fatbike mit dicken Reifen und ein E-Mountainbike für Testfahrten zur Verfügung. Wurden die Mountainbikes mit Motor früher belächelt, haben sie auf der Messe in Friedrichshafen einen wahren Boom erlebt. „Man sah nur noch E-Mountainbikes“, berichtet Guido Dünnebacke. Dadurch können Radler auch im heimischen Mittelgebirge Konditionslücken schließen oder weitere Touren zurücklegen.

Kaum hörbar rollt der E-Golf über den Hademareplatz

Viel weiter als mit dem E-Bike kommt man mit den Elektroautos noch nicht. Mit drei großen Problemen haben die reinen E-Autos zu kämpfen: Sie sind zu teuer, haben eine zu geringe Reichweite und es fehlt an Tankmöglichkeiten. Das Autohaus Nixdorf stellte auf dem Hademareplatz drei Fahrzeuge zur Verfügung, zwei reine Stromer und einen Hybrid-Golf. „Noch werden sie überwiegend von Gewerbekunden oder Behörden genutzt“, berichtet Markus Venemann. Das könnte sich durch staatliche Förderungen ändern. So ist dadurch ein E-Golf in Norwegen günstiger als ein vergleichbarer Benziner. Das hat den Anteil der E-Autos an den Neuzulassungen auf 18 Prozent steigen lassen. Hemers Beigeordneter Dr. Bernd Schulte wagte eine Probefahrt: „Es macht wirklich Spaß und ist beeindruckend, wie leise er ist“.

Abgerundet wurde der Elektromobilitätstag durch einen Infostand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs und der Verbraucherzentrale. Der Infobus der Energieagentur NRW war zu Gast und stellte den Einsatz von Wind-, Sonnen- und Wasserenergie vor sowie Einsparmöglichkeiten durch LED-Lampen.

Die Klimawoche endet heute um 19.30 Uhr mit der klimafreundlichen Kochshow von Radiokoch Helmut Gote im Alten Casino. Karten gibt es noch im Ticketshop des Sauerlandparks.