Durchschnittshaushalt zahlt bald im Monat elf Euro mehr für Strom

Hemer. Aufgrund der drastisch gestiegenen Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) werden die Strompreise auch in Hemer zum 1. Januar 2013 steigen. Die Stadtwerke-Tochter Energieversorgung Ihmert (EVI) hat jetzt konkrete Zahlen mitgeteilt.

Danach wird zum Beispiel ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 3900 Kilowattstunden (kw/h) künftig rund 11 Euro mehr im Monat für Strom ausgeben müssen.

Über die EEG-Umlage sind alle Stromverbraucher in Deutschland gezwungen, die Energiewende mitzufinanzieren. Der Strompreis der EVI steigt daher von 18,92 auf 21,87 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) netto, der Brutto-Preis von 22,51 auf 26,03 Cent pro Kilowattstunde.

Auch beim Gas sei eine Preisanpassung unabwendbar, teilen die Stadtwerke Hemer mit. Sie beziffern die Erhöhung mit 0,25 ct/kWh netto. Die Anpassung des Gaspreises sei auf die gestiegenen Netznutzungsentgelte des vorgelagerten, überregionalen Netzes zurückzuführen.

Durch umsichtige Einkaufspolitik konnten Stadtwerke und EVI externe Kostensteigerungen im Sinne ihrer Kunden in der jüngeren Vergangenheit auffangen. Diese Gestaltungsmöglichkeiten seien nun jedoch ausgereizt. Denn neben der

Politisch gewollter Preis

EEG-Umlage, die um fast 50 Prozent ansteigt, werden auch die Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzt (KWK-Umlage) sowie die umstrittene Umlage zur Entlastung energieintensiver Betriebe (§ 19StromNEV-Umlage) angehoben. Hinzu kommen gestiegene Netzentgelte und die neue Off-Shore-Haftungsumlage, die erstmals 2013 fällig wird.

„Der künftige Strompreis ist in dieser Höhe von der Politik so gewollt. Denn alle deutschen Stromkunden sollen die Energiewende finanziell mittragen“, stellt Stadtwerke-Geschäftsführerin Monika Otten klar. Allerdings räumt sie ein, dass die jetzt unumgängliche Erhöhung insbesondere für Verbraucher mit geringem Einkommen ein enormer Sprung ist. „Auf der anderen Seite werden die Einflussmöglichkeiten, die wir als lokaler Versorger auf den Endpreis haben, immer geringer“, so Monika Otten. So machen die vom Staat festgelegten Steuern, Abgaben und Umlagen ab 2013 rund 50 Prozent des Strompreises aus. Dieser staatlich induzierte Preisanteil wächst im Vergleich zum Vorjahr um fast 25 Prozent.