Darmparasit sorgt für ein neues Abkochgebot

Die Freiwillige Feuerwehr – hier die Einsatzbesprechung in Landhausen – leistet bei der Verteilung der Infozettel Hilfe.
Die Freiwillige Feuerwehr – hier die Einsatzbesprechung in Landhausen – leistet bei der Verteilung der Infozettel Hilfe.
Foto: IKZ

Hemer..  Schock für die Verantwortlichen der Stadtwerke, vor allem aber für deren Wasserkunden in Landhausen, Stübecken, am Wernshagen und in der Becke: In einer in der Brabeckschule entnommenen Probe ist ein Darmparasit gefunden worden. Deshalb gilt seit Donnerstagnachmittag wieder ein vom Gesundheitsamt angeordnetes Abkochgebot für Leitungswasser.

Der Einzeller Giardia kann Tiere aber auch Menschen befallen und selbst in geringer Konzentration Magen-Darm-Erkrankungen auslösen, die insbesondere bei empfindlichen Menschen einen heftigen Verlauf nehmen können, aber im Allgemeinen nicht lebensbedrohlich sind. Die in der Probe nachgewiesenen Giardien entsprechen einer Anzahl von 1,5 Parasiten pro 1000 Liter. Eine geringe Menge, die das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises dennoch zum sofortigen Handeln veranlassten. In aller Eile wurden Informationsblätter formuliert und gedruckt und kurz darauf von Mitarbeitern der Stadtwerke sowie den Mitgliedern der Löschgruppen Becke und Landhausen verteilt. Dabei beschränkten sich die Verteiler nicht nur darauf, die Zettel in die Briefkästen zu stecken, sondern klingelten auch an allen Türen um die Bürger – sofern zu Hause – auch mündlich zu unterrichten.

Nach Informationen der Heimatzeitung soll sich die Zahl der Durchfallerkrankungen im betroffenen Gebiet in den vergangenen Tagen wieder erhöht haben. Auch Dieter Gredig, technischer Leiter der Stadtwerke, bestätigte am Donnerstagabend entsprechende Anrufe besorgter Bürger. Laut Gredig sind beim Gesundheitsamt bisher allerdings keine neuerlichen Erkrankungen dokumentiert. Dieter Gredig: „Wir empfehlen allen Erkrankten deshalb, zum Arzt zu gehen und eine Stuhlprobe nehmen zu lassen, die dann gezielt auf Giardien untersucht werden kann.“

Wie Dieter Gredig erläutert, sind die Stadtwerke dem Rat von Fachleuten gefolgt und haben in den jüngsten Proben ganz gezielt nach den Darmparasiten suchen lassen. Beim Hygieneinstitut wurde man prompt fündig, wenn auch nur in einer einzigen Probe. Dieter Gredig kann aber auf Nachfrage der Heimatzeitung nicht ausschließen, dass schon frühere Proben mit Giardien belastet waren, diese aber aufgrund der angewandten Analytik nicht entdeckt worden sind.

Suche auch am Wernshagen

Unzweifelhaft bleibt auch weiterhin, dass die Verunreinigung nur von außen ins Trinkwassersystem gelangt worden ist. Die Suche nach fehlerhaften Brauchwasseranlagen ist am Donnerstag auch auf die Becke ausgeweitet worden. Dieter Gredig: „In den anderen Gebieten sind nahe alle Gebäude überprüft. Es muss aber eine solche Eintragsquelle geben.“ Selbst seine Einschätzung vom Mittwoch, dass am Wernshagen aufgrund des hohen Wasserdrucks eine Überprüfung nicht notwendig ist, hat er inzwischen revidiert: „Wir gehen jetzt auch dort in die Häuser, auch wenn es nach menschlichem Ermessen auszuschließen ist, dass wir dort auf die Quelle stoßen.“

Die Menschen im Hemeraner Norden haben auf die neuen Nachrichten mit einer Mischung aus Sorge, Wut und Hilflosigkeit reagiert. Angeblich gibt es mittlerweile auch schon Hunde und Katzen mit Krankheitssymptomen. In dem Informationsblatt wird erhöhte Hygiene im Umgang mit den Haustieren empfohlen. Liegeplätze von kranken Katzen und Hunden sollten mit kochfesten Tüchern abgedeckt und bei Verschmutzung ausgetauscht werden. Auch für Trink- und Fressnäpfe sowie Katzentoiletten gilt gründliche Sauberkeit.

 
 

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