Besucherschwund durch Provisorium

Der Vorstand der Hemeraner Zeitgeschichtler: (v.l.)
Der Vorstand der Hemeraner Zeitgeschichtler: (v.l.)
Foto: IKZ

Hemer..  „ Das Jahr 2014 stand für unseren Verein im Schatten des Provisoriums“, so Hans-Hermann Stopsack, Vorsitzender des Vereins für Hemeraner Zeitgeschichte. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung, die am Mittwochabend im „Alten Casino“ stattfand, äußerte Stopsack in seinem Rechenschaftsbericht sein Bedauern über die derzeitige räumliche Situation der Informations- und Gedenkstätte Stalag VI A.

Nach der Naphthalin-Belastung in Gebäude 15 und der dadurch notwendig gewordenen Sanierung musste der Verein seine einstigen Räume aufgeben. Seinerzeit habe der Verein nicht damit gerechnet, so lange in den provisorischen Räumen bleiben zu müssen. Mittlerweile behilft man sich seit über eineinhalb Jahre mit der Notlösung. Leider konnten 2014 auch nur 501 Besucher im Provisorium begrüßt werden.

Vorstandsteam um Hans-Hermann Stopsack

Der Verein für Hemeraner Zeitgeschichte ist zuversichtlich, dass jetzt die Rückkehr vorangetrieben wird und vielleicht bereits in vier Wochen möglich ist. Wenn alles wieder am alten Platz ist, wird die Ausstellung auch aller Voraussicht nach wieder mehr Besucher anlocken. Durch die Zusammenarbeit mit mehreren Schulen im hiesigen Raum, konnte bereits 330 Besucher, vorwiegend Schüler, in den ersten vier Monaten des Jahres begrüßt werden.

Neben der Rückkehr in die alten Räumlichkeiten steht ein weiteres Projekt an. Der Verein macht sich für ein Mahnmal für die ermordeten jüdischen Mitbürger stark und hat für das Denkmal 2014 einen Gestaltungswettbewerb veranstaltet. Auch der Hemeraner Künstler Frank Haase nahm seinerzeit an der Auslobung teil und setzte sich mit seinem Entwurf „Scherben“ durch. Einen möglichen Standort in Hemers Mitte gibt es bereits, auch sind erste Gespräche mit privaten Sponsoren für das 10 000 Euro teure Projekt geführt worden. Gibt der städtische Ausschuss nun grünes Licht, soll das neue Mahnmal aus Cortenstahl schon bald errichtet werden.

Das Mahnmal für die Hemeraner Juden war eine Idee des alten Vorstands, und alle Vorstandsmitglieder waren sich einig, sich für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung zu stellen, um so das Projekt auch abzuschließen. Die Mitglieder schenkten dem Vorstand erneut einstimmig das Vertrauen. Dies bedeutet, dass Hans-Hermann Stopsack weiterhin den Vorsitz innehat, während Eberhard Thomas sein Stellvertreter ist. Schatzmeister bleibt Peter Klagges, und Arne-Hermann Stopsack steht erneut als Schriftführer zur Verfügung. Auch für zwei Jahre wiedergewählt wurden die beiden Beisitzer Reinhard Junge und Margareta Wulf.

Interview mit dem neuen Dezernenten Klaus Erdmann

Gab es im vergangenen Jahr eine Fahrt ins Weberei- und Spinnerei-Museum nach Bocholt, so sind auch für dieses Jahr wieder Exkursionen geplant. Einerseits soll es für den Verein für Hemeraner Zeitgeschichte, der derzeit 44 Mitglieder hat, im Spätsommer ins ostwestfälische Herford gehen. Dort gibt es viele Fachwerkhäuser, aber auch drei Kirchen und das Museum „MARTa“ zu bestaunen. Einen weiteren Ausflug planen die Zeitgeschichtler nach Fleckenberg bei Freudenberg ins dortige Technikmuseum.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung fand ein Gespräch mit dem neuen Dezernenten und allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters, Klaus Erdmann, statt. Im Interview stellte sich der 61-Jährige zunächst den Fragen von Hans-Hermann Stopsack und Arne-Hermann Stopsack. Zum Ende entwickelte sich ein Gespräch mit den Vereinsmitgliedern, wobei die Themenpalette von Kulturpolitik bis hin zu den aktuellen Geschehenissen im Jugendamt in Gelsenkirchen reichte.

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