Aussichten auf einen baldigen Abbau der Bahngleise steigen

Die Bürgermeister Michael Esken, Volker Fleige und Hubertus Mühling (v.l.) haben sich zu einem informellen Gespräch getroffen.
Die Bürgermeister Michael Esken, Volker Fleige und Hubertus Mühling (v.l.) haben sich zu einem informellen Gespräch getroffen.
Foto: IKZ

Hemer..  „Die Mendener Stadtverwaltung wird dem Rat vorschlagen, dem Antrag der Stadt Hemer zuzustimmen.“ Was Mendens Bürgermeister Volker Fleige am Mittwoch ankündigte, war Musik in den Ohren seines Hemeraner Amtskollegen Michael Esken, denn es könnte bedeuten, dass Hemer dem Ziel, die Bahngleise im Oesetal endlich abbauen zu können, ein gehöriges Stück näher gekommen ist.

Fleige machte seine Mitteilung während einer Zusammenkunft der Bürgermeister des Nordkreises im Restaurant Himmelsspiegel im Sauerlandpark. Seit geraumer Zeit setzen sich die Stadtoberhäupter drei- bis viermal pro Jahr zusammen, um grenzübergreifende Probleme und Planungen zu erörtern oder Erfahrungen auszutauschen. Neben Fleige und Esken saß noch Hubertus Mühling (Balve) mit am Tisch, während Dr. Peter-Paul Ahrens (Iserlohn) und Klaus Sasse (Neuenrade) fehlten, weil die Liste der zu besprechenden Themen diesmal ihre Hoheitsgebiete nicht berührte.

Nach der Sommerpause, so Volker Fleige, werde sich der Mendener Rat mit der Zukunft der stillgelegten Bahnstrecke befassen. Ob dann eine Mehrheit dem Verwaltungsvorschlag folgt und tatsächlich Zustimmung für die Demontage der Gleise signalisiert und es in dessen Folge den Bau eines Radweges auf der Trasse geben wird, wollte Fleige nicht prognostizieren. Aber auch wenn sich Mendens Politiker verweigern, muss das die Hemeraner Pläne nicht dauerhaft durchkreuzen, denn die endgültige Entscheidung obliegt der Bezirksregierung.

Wenn die Gleise erst demontiert sind, könnten nach Auskunft von Michael Esken „relativ zeitnah“ schon Fahrräder zwischen Menden und Hemer hin und her pendeln. Die Baukosten für den „bundesstraßenbegleitenden Radweg“ trüge der Bund. Entsprechende Zusagen seien der Stadt Hemer bereits erteilt worden, so Esken. Die Stadt müsse lediglich die Planungskosten zahlen, die wegen der Verwendung der ehemaligen Bahntrasse aber nicht sonderlich hoch ausfallen sollten.

Weit schwieriger und langwieriger dürfte die Verwirklichung eines Radweges durch das Hönnetal werden, der zum Großteil über Balver, aber auch ein Stück auf Hemeraner Stadtgebiet verliefe. Die topografischen Bedingungen im engen Tal aber auch die Belange des Umwelt- und Landschaftsschutzes bereiten planerische und technische Schwierigkeiten. „Die grundsätzliche Machbarkeit ist uns aber durch ein Gutachten bescheinigt worden“, stellte Hubertus Mühling klar. Nun wolle Balve beginnen, den Radweg Stück vor Stück zu verwirklichen, wobei wie auch im Oesetal der Bund die Baukosten übernehmen würde. Bis zum letzten Lückenschluss werden aber noch etliche Jahre ins Land gehen. „Das wird vermutlich über unsere Amtszeiten hinaus gehen“, orakelte Volker Fleige, und weder Michael Esken noch Hubertus Mühling mochten ihrem Amtskollegen da widersprechen.

 
 

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