Ab Oktober freie Fahrt auf drei Metern Breite

Baustelle Radweg:
Baustelle Radweg:
Foto: IKZ

Hemer..  Es geht voran. Die Metamorphose der still gelegten Bahntrasse im Oesetal zu einem Radweg vollzieht sich in diesen Tagen und Wochen fast schon im Eiltempo. Fast täglich sind Veränderungen an der 5,6 Kilometer langen Strecke zwischen der Stephanstraße in der Hemeraner Innenstadt und dem Felsenkeller in Menden zu beobachten. An die Ära des Bahnverkehrs erinnert kaum noch etwas.

Das Ingenieurbüro Gewatec, die Baufirma Hilgenroth und das Hemeraner Bauamt arbeiten bei diesem Projekt eng zusammen. Bekanntlich wird der Radweg vom Land bezahlt, die Ausführung aber liegt in der Verantwortung der Stadt. Die hat die Planung und Bauaufsicht an Gewatec übertragen, während die Firma Hilgenroth aus Sundern die eigentlichen Tiefbauarbeiten ausführt. Bereits beim Bau der Deilinghofer Straße hat die Stadt Hemer mit diesem Unternehmen gute Erfahrungen gemacht.

Der erste Schritt des Radwegebaus war und ist das Aufräumen an der Strecke. Die Leitplanken entlang der B 7 sind demontiert worden, unter anderem weil sie ohnehin den Sicherheitsstandards nicht mehr entsprachen. Überflüssig gewordene Zäune, sofern nicht in Privatbesitz werden abgerissen, die hohlen Betonsteine, in denen Kabel verliefen, aus der Erde geholt und entsorgt. Auch Bäume und Büsche entlang der Trasse werden gestutzt oder komplett gerodet. „Wir sind dabei so rücksichtsvoll wie möglich vorgegangen“, so Volker Block vom Bauamt der Stadt Hemer.

Schweres Gerät im Einsatz

Parallel ist das Herrichten des Untergrundes in vollem Gange, dafür wird reichlich schweres Gerät eingesetzt: Raupen, Bagger und Walzen. Aber auch ein Steinbrecher, denn eine 20 Zentimeter dicke Schicht des Bahnschotters, der zuvor grob planiert worden ist, wird bis auf eine Körnung von etwa dreieinhalb Zentimeter zerkleinert. Dann wird zunächst wieder gewalzt und eine 17 Zentimeter dicke Schicht aus noch feinerem Schotter aufgetragen. Diese dient vor allem dazu, künftig Frostschäden zu vermeiden. Es folgt schließlich die zehn Zentimeter starken Tragschicht aus Bitumen und letztendlich drei Zentimeter Tragschicht, über die ab Herbst die Räder rollen.

Die Fahrbahn wird übrigens drei Meter breit sein, laut Thomas Knipp vom Büro Gewatec ein durchaus übliches Maß für einen Radweg, das problemloses Passieren von Gegenverkehr und Fußgängern, aber auch Überholen gestattet.

Von der Hemeraner Innenstadt bis zum Real-Markt wird der Radweg beleuchtet, gleiches gilt für das letzte Stück des Weges auf Mendener Gebiet. Auch für die Leuchten werden die notwendigen Leitungen verlegt. Unter dem kompletten Radweg verlaufen zwei Leerrohre, ein drittes von Hemer aus nur bis Höhe Edelburg. Zwei der Rohre sind bereits an Mobilfunk und Internetanbieter vermietet. Bürgermeister Esken, der den Einbau der Rohre forciert hat, ist überzeugt, dass sich auch für das dritte ein Nutzer findet und die Stadt dadurch zusätzliche Einnahmen verbuchen kann.

Ein großer Teil der Gesamtkosten von 1,3 Millionen wird an der Gestaltung der Kreuzungen des Radweges mit dem Straßennetz verbaut. So Beispiel an der Einmündung der Urbecker Straße. Dort wird nämlich nicht nur die durch die Bahnschienen erzwungene „Buckelpiste“ endlich verschwinden, sondern die Einmündung aufgeweitet,was das Einbiegen aus und Abbiegen in die B7 erleichtern wird. Die Ampelanlage wird komplett erneuert, so dass der Radverkehr die Urbecker Straße gefahrlos überqueren kann. Volker Block: „Die Anlage wird auch mit der Fußgängerampel an der Einmündung des Mesterscheider Wegs koordiniert, damit der Verkehrsfluss auf der B7 nicht mehr unnötig behindert wird.“ Barrierefrei umgestaltet werden auch die Kreuzung des Radweges mit der Urbecker Straße, der Oberen Oese, der Zufahrt zu Grohe in Höhe der Edelburg und schließlich der Overhuesstraße in Menden. Da sämtliche Arbeiten derzeit störungsfrei vonstatten gehen, rechnen alle Beteiligten damit, dass sie wie geplant Ende September oder Anfang Oktober abgeschlossen werden können und der Einweihung des Radweges nichts mehr im Wege steht.

 
 

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