Zuwachs für die Heiligenhauser Parteienlandschaft

Monique de Cleur
Thomas Woywod (li.) und Christian Paas (re.) sind Heiligenhauser Piraten, Manfred Götz (Mitte) ist als Büropirat für Heiligenhaus und Ratingen zuständig.
Thomas Woywod (li.) und Christian Paas (re.) sind Heiligenhauser Piraten, Manfred Götz (Mitte) ist als Büropirat für Heiligenhaus und Ratingen zuständig.
Foto: WAZ FotoPool
Die Piratenpartei will sich in Heiligenhaus etablieren. Bei der Kommunalwahl tritt sie aber nicht an. Erstes Ziel ist der Kreistag. Dafür braucht sie Kandidaten vor Ort. Regelmäßiger Stammtisch startet am 6. Februar.

Heiligenhaus.  Die örtliche Parteienflotte wächst um ein Schiff: Die Piraten nehmen Kurs auf Heiligenhaus. Verankern wollen sie sich zunächst mittels eines monatlichen Stammtisches im Pabb (siehe Infobox). Den Rat zu entern, haben die Piraten bei den Wahlen im Mai nicht vor. Im Kreistag allerdings wollen sie die Segel hissen.

20 Mitglieder als nächstes Ziel

„Jetzt nach Heiligenhaus zu gehen, ist ein konsequenter Schritt“, findet Manfred Götz, als kürzlich gewählter Büropirat zuständig für Heiligenhaus und Ratingen. In der näheren Umgebung ist die Partei in die Häfen Velbert, Ratingen und Mettmann mit vor Ort installierten Stammtischen schon eingelaufen. Bislang aber war „Heiligenhaus so ein bisschen der weiße Fleck auf der Landkarte“, beschreibt der Heiligenhauser Pirat Thomas Woywod. Das soll sich jetzt ändern.

Wie konkret, das haben die Heiligenhauser Piraten aber noch nicht beschlossen. „Wir müssen gucken, was von den Bürgern kommt“, sagt Christian Paas. Und wie viele Bürger kommen: Sechs zählen die Piraten vor Ort bisher; das reicht nicht für eine Fraktion. Zwar will die Partei versuchen, die Stadträte in Ratingen, Velbert, Mettmann, Hilden und Monheim zu entern; in Heiligenhaus müssen die vor Ort schon etablierten Parteien Konkurrenz bei der kommenden Kommunalwahl aber nicht fürchten. Hier geben sich die Piraten erst einmal wenig säbelrasselnd: 20 Mitglieder in Heiligenhaus, so lautet ihr nächstes Ziel.

Auf Kreisebene hingegen blasen die Piraten zum Angriff: „Wir streben an, in den Kreistag einzuziehen“, kündigt Büropirat Götz an. Dort sehen die aktuell 160 Mitglieder Potenzial für ihre Themen, wollen sich einbringen in Diskussionen und Beschlüsse über den öffentlichen Nahverkehr, Soziales, Bildung. Beim ÖPNV schwebt ihnen auf Kreisebene gegen eine moderate Gebühr für jeden ein fahrscheinloser Nahverkehr vor. Auch das größte Thema der Piraten, die Transparenz, wollen sie in den Kreistag bringen: Nach dem Vorbild der Bürgerhaushalte in den Städten sollen auch Kreishaushalt und Kreisumlage für jeden Bürger nachvollziehbar und kommentierbar werden.

33 Wahlbezirke im Kreis

Voraussetzung für eine Kreistagsfraktion der Piratenpartei ist, dass es ihnen gelingt, in allen 33 Wahlbezirken Kandidaten aufzustellen; zwei davon in Heiligenhaus. „Da werden wir auf jeden Fall für beide Kandidaten haben“, gibt sich Woywod optimistisch. Er jedenfalls stünde bereit.