Zeitungen aus aller Welt in der Heiligenhauser Bücherei lesen

Auch in der Heiligenhauser Stadtbücherei gibt es den Bibnet-Pr@ss-Zugang: Man kann hier viele internationale Zeitungen digital anschauen. Leiterin Andrea Einig stellt es vor und berichtet zudem über ihre aktuellen Sorgen bzgl. möglichen Umzugs.
Auch in der Heiligenhauser Stadtbücherei gibt es den Bibnet-Pr@ss-Zugang: Man kann hier viele internationale Zeitungen digital anschauen. Leiterin Andrea Einig stellt es vor und berichtet zudem über ihre aktuellen Sorgen bzgl. möglichen Umzugs.
Foto: WAZ FotoPool
Nicht nur Bücher im klassischen Sinn kann man in der Stadtbücherei ausleihen. Das Angebot umfasst auch viele digitale Angebote. Die Einsparungen stellt die Mitarbeiter aber vor eine Herausforderung.

Heiligenhaus.. Heute schon die Zeitung gelesen? Auch die Ausgaben aus New York, London oder Madrid? Von Heiligenhaus aus ist das ganz einfach möglich: Mit dem Bibnet-Press-Zugang der Stadtbücherei hat man nun die Chance, Magazine und Zeitungen aus aller Welt zu lesen. Dies geht vom Rechner der Bücherei genauso wie vom heimischen PC, Tablet oder Smartphone.

„Es ist total spannend, welche Länder man dabei entdeckt und welche Magazine es hier gibt, ob Stricktrends aus England oder schwedische Kochrezepte“, berichtet Stadtbücherei-Leiterin Andrea Einig. Gefördert durch das Kulturministerium des Landes NRW gibt es nun die Möglichkeit, die internationalen Depeschen zu lesen.

Benutzen kann den Zugang jeder — zumindest jedes Büchereimitglied. Nötig dafür ist nur ein Zugang, den man an der Info erhält. „Derzeit aber leider mit einem Gastzugang, denn unser Heiligenhauser funktioniert nicht“, berichtet Einig. Wie so einiges Technische. „Unsere Computer erhalten keine Updates mehr, weil es einfach keine mehr für sie gibt. Wir haben auch kein WLAN und unsere Internetgeschwindigkeit ist ziemlich langsam.“

Alles nicht schön, vor allem, wenn man tolle digitale Angebote hat, mit denen man auch gerade jüngeres Publikum anlocken könnte. „Wir sind theoretisch absolut modern, aber praktisch hakt es noch ziemlich, das ist natürlich sehr schade“, findet Andrea Einig: „Vieles, mit dem wir derzeit arbeiten, sind Behelfskonstruktionen.“

Dass die Stadt nun tief in die Tasche greift und das Projekt Modernisierung des technischen Standards angeht, davon geht Einig aufgrund der aktuellen finanziellen Situation rund um den Nachtragshaushalt natürlich nicht aus. „Wir müssen 20 Prozent einsparen, das ist für uns eine enorme Menge, und wo wir den Rotstift ansetzen, wissen wir derzeit noch nicht“, erklärt Einig. Einfach keine neuen Bücher kaufen, das ist nicht die Lösung, denn „die Leute kommen ja auch, um aktuelle und neue Sachen zu finden, und außerdem haben wir eh ein limitiertes Budget.“

Mittlerweile hat es auch Gespräche mit der Stadt gegeben, Verständnis für die Situation zeigt Einig schon. Für sie die naheliegende Lösung: „Ein Umzug in eine städtische Immobilie.“ Derzeit zahlt die Stadt die Miete für die eher privilegierte Lage im Kreissparkassenturm. „Das ist natürlich ein toller Ort, aber hat eben nicht nur Vorteile. Manche mögen den engen Fahrstuhl nicht, Mütter mit Kinderwagen müssen im Foyer den Aufzug benutzen, den nur wir bedienen können“, berichtet Einig.

Eine schwierige Situation also für eine generell für Bücherei schwer gewordene Zeit. Das Angebot ist dabei eigentlich für jeden interessant: Ob Kinderecke, Bücher jeglicher Sparte, Medien oder Computerspiele. Alles analoge funktioniert, bleibt zu hoffen, dass auch das digitale fortschrittliche Angebot bald nachziehen kann.

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