„Wie eine OP am offenen Herzen“

Futuristische Zink-Fassade im Rauten-Design: die kleine Karl-Heinz-Klein Halle wurde mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II energetisch saniert.Foto: Uwe Möller WAZ FotoPool
Futuristische Zink-Fassade im Rauten-Design: die kleine Karl-Heinz-Klein Halle wurde mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II energetisch saniert.Foto: Uwe Möller WAZ FotoPool
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Die Fassade der kleinen Karl-Heinz-Klein-Halle wurde nach energetischen Gesichtspunkten saniert.

Heiligenhaus.. Sie ist die älteste Turnhalle in der Stadt und wirkte bislang eher unscheinbar: die kleine Karl-Heinz-Klein-Halle. Ihre große Schwester dominierte das Geschehen an der Hülsbecker Straße. Das dürfte sich jetzt schlagartig ändern. Denn der Bau aus den 1950er Jahren hat sein betuliches Kleid abgelegt und kommt in futuristischer Aufmachung und dank Konjunkturpaket-Finanzspritze energetisch geliftet daher.

Eine Sanierung der Turnhalle stand schon länger im Raum. Ein Abbruch wäre unmöglich gewesen, „da die Gebäude miteinander verzahnt sind“, erklärt Ute Piroeth, die sich als Architektin des Projektes angenommen hat. Die Außenwand der kleinen Turnhalle wurde in den 1970er Jahren zur Innenwand der großen Sporthalle. „Die neue Sporthalle wurde um die Turnhalle gebaut.“ Eine für das Kölner Architekturbüro schwierige Sanierungsaufgabe, die dennoch ihren Reiz hatte. „Alle anderen Gebäudeteile haben ein Flachdach. Bei der kleinen Halle ist es geneigt und besteht aus einer Holzkonstruktion und einem Stahlbetonskelett.“ Das wirke wie eine eingeschobene Skulptur, findet Ute Piroeth. Ihr Gedanke deshalb: Dach und Fassade in einem Material zu gestalten.

„Wenn man auf der Wiese steht und auf das Gebäude schaut, wird es besser ersichtlich“, regt Piroeth an, als sich am späten Montagnachmittag der Erste Beigeordnete Michael Beck, Ulrich Friese vom Sport- und Schulamt, Volker Hoven und Gabriele Jäger vom Immobilienservice mit Vertretern des Architekturbüros am Objekt treffen. In der Dämmerung fällt das Licht aus der Halle durch die von pyramidenförmigen Glaseinschnitten durchbrochene Fassade. Die Rautenform findet sich wiederum in der blaugrauen Metallfassade wieder. „Sie haben sich selbst übertroffen“, lobt Beck. „Ein echter Hingucker“, findet Volker Hoven. Auch Ulrich Friese hat von den Sportlern nur Gutes gehört: „Da sind die Klagen über die geschlossene Halle schnell verklungen.“

In der Tat war die Sanierung eine schwierige. „Es war wie eine OP am offenen Herzen“, erzählt Piroeth. Das Gebäude wurde bis auf das Stahlbetonskelett zurückgebaut, die Fassade von ihrer Kunststoffhaut befreit, die Dachabdeckung (so genannte Berliner Welle) entfernt. „Wir wussten nicht, was uns erwartet, wie belastbar die Holzkonstruktion war“, sagt Piroeth. „Gearbeitet wurde im Bestand, das heißt in diesem regenreichen Sommer mussten die Planen immer wieder drüber, um den Innenraum zu schützen.“ Und eben beim Abheben der abgehangenen Dachkonstruktion gab es einen Schaden. „Vermutlich ein Versicherungsfall, das klären wir derzeit“, informiert Hoven. Um vier Wochen wurde die Sanierung zurückgeworfen.

Doch bis auf den Innenausbau, der noch einmal einen Monat dauern wird, ist das Ziel erreicht, ist die Operation gelungen. Der „Patient“ wird in Zukunft weit weniger Energie verschlingen. Bislang betrugen die jährlichen Kosten 25 000 Euro für den Sporthallenkomplex. Mit 5000 bis 6000 Euro weniger rechnet Volker Hoven – und mit einer angenehmeren Atmosphäre für die Sporttreibenden.

 

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