Verein aus Heiligenhaus bekämpft Kinderarmut in Rumänien

Vor allem kleine Kinder leiden unter der Armut in Rumänien.
Vor allem kleine Kinder leiden unter der Armut in Rumänien.
Foto: Fremdbild
Der Heiligenhauser Verein „Vergessene Kinder“ reiste nach Rumänien, um die größten Nöte der verarmten Kinder dort zu lindern. Die Helfer verteilten viele Lebensmittel, aber auch Kinderkleidung und Schuhe. Nicht nur einmal mussten sie mit den Tränen kämpfen.

Heiligenhaus.. Die Hilfe für Rumänien aus Heiligenhaus reißt nicht ab: Petra Ullrich, die Vorsitzende des Heiligenhauser Vereins „Vergessene Kinder“, begab sich in der vergangenen Woche zusammen mit ihrer Tochter Laura und Petra Schmitz auf die Reise nach Rumänien, um sich vor Ort einen Eindruck von der Not der Kinder zu verschaffen.

Kein Milchpulver fürs Baby

Ullrich und ihre Helfer verteilten wieder viele Lebensmittel, Kleidung und Schuhe für die Kinder. Nicht nur Familien, die seit Jahren von dem Verein betreut werden, profitierten von der Hilfe, auch die Hilferufe aus der Nachbarschaft wurden erhört. So hatte eine junge Mutter, die ihr Kind nicht stillen konnte, versucht, ihrem Baby mit Joghurt den größten Hunger zu stillen, aber die Kleine schrie trotzdem vor Hunger. Das Team widmete sich dem Fall sofort und besorgte einen großen Vorrat an Milchpulver und Windeln.

Offiziell gilt das Problem der Straßenkinder als gelöst, doch beim Einkauf im Supermarkt bekamen die Helfer einen anderen Eindruck. Sie trafen auf drei Jungen im Alter zwischen sechs und zehn Jahren und zwei ungefähr achtjährige Mädchen, die sich durch Wegbringen der Einkaufswagen ein winziges Zubrot verdienten. Die Jungen lebten auf sich allein gestellt in einem nahegelegenem Rohbau, hatten zum Teil keine Schuhe, alte verdreckte Kleidung und strotzten nur so vor Dreck. Der Verein versorgte sie am darauffolgenden Tag mit frischer Kleidung und Schuhen. Vom Grill des Supermarkts bestellten sie noch etwas zu essen.

Um der nachfolgenden Generation eine Chance auf bessere Bildung zu ermöglichen, ist derzeit ein Projekt mit der Bürgermeisterei in Medias in Planung, bei dem Grundschulkindern aus armen Familien die Möglichkeit einer „After School“-Betreuung angeboten wird. Sie erhalten dann eine warme Mahlzeit, Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfeunterricht. Der Verein wird die Kosten übernehmen, die Räume stellt die Gemeinde.

Kinderkleidung und Schuhe benötigt

Nach wie vor benötigt der Verein dringend Kinderkleidung und Schuhe. Ullrich wird im November wieder vor Ort sein und die Verteilung der Hilfsgüter persönlich mit ihren Helfern vornehmen. Wegen der hohen Transportkosten bittet der Verein auch um Geldzuwendungen.

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