Statt Handy: Mehr mit dem Kind reden

SKFM-Geschäftsführer Willi Knust bei der Begrüßung der Gäste
SKFM-Geschäftsführer Willi Knust bei der Begrüßung der Gäste
Foto: SKFM
SKFM, Motorradfrauen und Bleibergquelle mit gemeinsamer Aktion. Eltern sollten sich mehr mit dem Nachwuchs als mit dem Smartphone beschäftigen

„Reden Sie lieber mit ihrem Kind“ steht auf den Plakaten. Die Bilder darauf zeigen Eltern, die mit ihrem Handy spielen statt mit ihrem Kind zu sprechen. Der SKFM Velbert/Heiligenhaus hat die Aktion gemeinsam Motorradfrauen und dem Bildungszentrum Bleibergquelle gestartet. Diese Woche werden die Plakate an Heiligenhauser Kindereinrichtungen verteilt.

Es ist ein alltägliches Bild auf den Straßen auch in Heiligenhaus. Eine Mutter oder ein Vater schieben einen Kinderwagen. In der Hand haben sie ein Handy. Entweder sie telefonieren oder aber es wird etwas auf dem Smartphone angeschaut. Das gleiche Bild auf dem Spielplatz oder in der Arztpraxis. Wenn beide Eltern dort sitzen, dann ist jeder in sein Gerät vertieft. Die Kinder bleiben außen vor, Gespräche finden so gut wie nicht mehr statt.

Dabei können die Kleinen nicht abschätzen, warum die Mama jetzt lacht oder ärgerlich guckt. „Und es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Kinder die persönliche Beziehung, Ansprache und Mimik ihrer Bindungsperson brachen“, erklärt Claudia Schmidt, Kinderschutzbeauftragte des SKFM den Hintergrund dieser Aktion. Eltern sollen einen Denkanstoß bekommen, vielleicht das Handy, ob unterwegs oder zuhause einmal wegzulegen und sich mehr mit dem Kind zu beschäftigen. „Den Kindern ist sehr bewusst, dass ihnen etwas fehlt“, sagt Claudia Schmidt weiter. Im offenen Ganztag fragten die Organisatoren die Kinder nach Eltern und Handys. Die Antworten der Grundschüler erschrecken: „Wenn ich Hunger habe und meine Eltern am Handy sind, soll ich mir selbst was machen“. „Ich wünsche mir, dass ihr auf der Straße ohne Handy auf den Verkehr und mich achtet.“ „Ich bin traurig, wenn meine Eltern mit dem Handy umgehen, wenn wir ein Spiel spielen“.

Mit ihrer Aktion will der SKFM gemeinsam mit den Motorradfrauen und der Bleiberquelle darauf aufmerksam machen, dass es Situationen mit Kindern gibt, die sich kein zweites Mal erleben lassen. Zudem sei es für eine gesunde Entwicklung der Kinder wichtig, mit ihnen zu sprechen. Denn sonst könnten die Jungen und Mädchen den Eindruck gewinnen, das Handy ist Mama und Papa wichtiger als ich.

Die Motorradfahrerinnen Irene Seidler und Katharina Sondermann „Heels on Wheals“ haben die Aktion finanziell möglich gemacht. Sie haben einen Kalender gestaltet und verkauft. Der gesamte Erlös sollte in ein Projekt gehen. Damit wurde dann die Gestaltung des Plakates und seine Veröffentlichung bezahlt. Es wurde auch ein Flyer erstellt.

Denkanstöße

Die Studierenden und zukünftigen Pädagogen der Bleibergquelle entwarfen die Texte, die der SKFM in den Flyer eingebunden hat. Alle Beteiligten hoffen, dass sie mit ihrer Aktion einen Denkanstoß geben und die Eltern Handy und Co öfter Mal beiseite legen. Damit die Kinder künftig nicht mehr zu so drastischen Maßnahmen greifen müssen, wie ein Schüler beschrieb: „Manchmal nehmen ich meinen Eltern das Handy weg und verstecke es“.

 
 

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