Schwerer Ast traf Spaziergängerin

Dies ist die Unfallstelle auf dem Bahndamm in der Nähe der Siegstraße. Siegfried Peterburs von der Stadt begutachtet den Ast, der die Spaziergängerin traf. Foto: Uwe Möller
Dies ist die Unfallstelle auf dem Bahndamm in der Nähe der Siegstraße. Siegfried Peterburs von der Stadt begutachtet den Ast, der die Spaziergängerin traf. Foto: Uwe Möller
Foto: WAZ FotoPool

Heiligenhaus.. Im Krankenhaus endete am Dienstagmorgen der Spaziergang einer Seniorin auf dem neuen Alleenradweg. Im Bereich der Siegstraße im Ortsteil Unterilp war sie gegen 9 Uhr von einem herunterfallenden Ast getroffen worden – „der war etwa fünf Meter lang und so dick wie ein Oberarm“, berichtet ein Zeuge.

Die Gruppe war zu dritt mit ihren Hunden unterwegs, auf ihrem üblichen Spazierweg auf dem ehemaligen Bahndamm. Wegen des Regens hatten die Senioren Schirme aufgespannt, liefen dicht nebeneinander her. Den Ast, der etwa in sechs bis acht Metern Höhe gehangen haben soll, habe dabei niemand von ihnen kommen sehen. „Wir anderen haben Glück gehabt“, sagt der Zeuge. Seine Begleiterin habe hingegen Prellungen und einen Armbruch erlitten. „Wir hätten auch alle tot sein können“, ist sich der 71-Jährige sicher, der den Unfall hautnah miterlebt hat.

„Eine echte Gefahr für Spaziergänger“

Der heruntergefallene Ast sei morsch und verfault gewesen, habe dem Dauerregen wohl nicht mehr Stand gehalten. „Und da hängt noch so einer“, warnt der Senior, „eine echte Gefahr für Spaziergänger.“ Der 71-Jährige hat umgehend die Stadt informiert.

„Wir schicken auf jeden Fall einen Mitarbeiter der Stadtbetriebe zu der Stelle hin“, versicherte Siegfried Peterburs, Leiter des Fachbereichs Planung und Umweltschutz, auf Nachfrage der WAZ – und dann fuhr er am Nachmittag auch noch schnell selbst zur Unfallstelle, um die Gefahrensituation einzuschätzen.

Stadt trägt die Verkehrssicherungspflicht

Fest steht: Die Stadt ist auf und am Alleenradweg als Eigentümer für die Verkehrssicherungspflicht zu­ständig. „Regelmäßig finden Begehungen und Untersuchungen statt“, versicherte der Technische Beigeordnete Harald Flügge gestern auf Nachfrage dieser Zeitung. Was am Dienstag passiert sei, „ist natürlich tragisch“. Den Unfall der Seniorin bedauere er sehr, ein „Restrisiko“ für Spaziergänger sei allerdings im Bereich von Bäumen „nicht gänzlich auszuschließen“.

Was den Alleenradweg angeht, „haben wir nach dem Erwerb der Trasse ein unabhängiges Gutachten eingeholt“, erklärt Siegfried Peterburs. „Alle Gefahrenbäume wurde aufgenommen, katalogisiert und gekennzeichnet – und zu Beginn der Vegetationsperiode in diesem Jahr sind sie alle beseitigt worden.“ Auch Siegfried Peterburs verweist auf ein „Restrisiko“ für Spaziergänger, vor allem bei Sturm oder Regen. Dass die Frau verletzt wurde, „tut mir natürlich leid“. Die Stadt treffe hier jedoch keine Schuld. „Wir nehmen unsere Verkehrssicherungspflicht sehr ernst“, so Siegfried Peterburs. Das heiße jedoch nicht, „dass nicht trotzdem noch ein Ast abbrechen könnte. Das kann Ihnen in jedem Wald passieren.“

 

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