Pink-Covershow mit Gänsehaut-Garantie in Heiligenhaus

Die Bühnenoutfits von Vanessa Henning
Die Bühnenoutfits von Vanessa Henning
Foto: WAZ FotoPool
„Just Pink!“ ist zurecht Europas beste Pink-Coverband. Auf der Rathausbühne brachte Sängerin Vanessa Henning beim Stadfest in Heiligenhaus die Stimmung zum Kochen.

Heiligenhaus..  In einem weißen Vokuhila-Kleid und ohne Schuhe springt Vanessa Henning über die Stadtfestbühne. Dass das Kleid vorne deutlich kürzer ist als hinten, macht es zu einem perfekten Spielball des Windes. Doch Europas bestes Pink Cover nimmt es gelassen. „Heiligenhaus, Ihr möchtet doch gar nicht sehen, was ich drunter trage“, witzelt Henning, nimmt auf einem Barhocker platz und klemmt sich die Schleppe elegant unter die übereinandergeschlagenen Beine. Die quirlige Powerfrau weckte die Heiligenhauser mit ihrer Ausnahmestimme und einem heißen Bühnenprogramm aus dem Winterschlaf des kalten Samstagabends.

„Ich musste gerade warm gefönt werden“, sagt Vanessa Henning, als sie im fünften Outfit des Abends die Bühne betritt, und fügt bibbernd hinzu, „das ist kein Witz, ich glaube man sieht gleich Brandstreifen an meinem Bauch.“ Wunderlich ist das beim Anblick ihrer knappen Kostüme nicht. Mal rockt sie im halben Rollkragenpullover über die Bühne, zeigt in einem Seidenbody ihr artistisches Können oder singt in einem hochgeschlitzten schwarzen Kleid ergreifende Balladen. Henning gibt auf der Bühne Vollgas.

Henning bleibt sie selbst

Wenn der Künstler, den man verkörpern möchte, so begeistert davon ist, dass er aus Freude gleich das halbe Bühnenbild verschenkt, soll das schon was heißen. Hohlkreuzig läuft Vanessa Henning über die Bühne und lädt den ganzen Frust über die Männerwelt in Pinks Scheidungshymne „So What“ ab. Die leicht schnoddrige und freche Art des US-Sängerin ist mittlerweile auch in Hennings Blut übergegangen. Das Besondere daran: Es wirkt nicht maskenhaft. Denn die Deutsche kopiert nicht einfach nur, sondern stellt immer noch eines ganz deutlich dar: sich selbst.

Schön ist auch, dass die Coverband einige Pink-Songs umgewandelt hat. So verschwinden zum Beispiel die Rhythm-and-Blues-Klänge aus der Hit-Single „Get the party started“. Pinks musikalischer Durchbruch klingt in Heiligenhaus eher wie ein waschechter Rocksong, der mit harten E-Gitarren-Klängen sogar Rockerherzen für sich gewinnen kann.

In die Karten spielt der „deutschen Pink“ dabei die unglaublich wandlungsfähige Stimme. Ein wahres Ausnahmeorgan wie das des Originals kommt gerade in ruhigen Balladen voll zur Geltung. Denn die Gänsehaut beim vertonten Beschwerdebrief an Ex-Präsident George Bush ist nicht dem eisigen Wind auf dem Rathausplatz geschuldet, sondern der großartigen Bühnenpräsenz von „Just Pink“.

 
 

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