Panoramaradweg in Heiligenhaus wieder befahrbar

Noch nicht viel los: Vor 11 Uhr ging es auf dem Panoramaradweg, hier am Kaffee Kult, eher gemütlich zu.
Noch nicht viel los: Vor 11 Uhr ging es auf dem Panoramaradweg, hier am Kaffee Kult, eher gemütlich zu.
Foto: WAZ FotoPool
Sechs Wochen nach Sturmtief „Ela“ darf der Panoramaradweg auf dem Heiligenhauser Teilstück wieder befahren werden. WAZ-Mitarbeiter Fabian May machte sich auf den Weg und sprach mit Radfahrern, Spaziergängern und Gastronomen.

Heiligenhaus..  Sechs Wochen ist es nun her, und man erzählt sich immer noch Geschichten: Und, wo warst du beim großen Sturm? Auch entlang des Panoramaradwegs liegen noch die post-apokalyptischen Äste.

Ab elf nimmt der Verkehr zu

Es ist Sonntag, halb elf, Wochenende eins nach der Wiedereröffnung. Es ist angenehm kühl in der langen asphaltierten Rinne zwischen Kettwig und Velbert. Doch der Radweg selber liegt recht ruhig da. Hier überholt einen ein Rentnerpaar auf E-Bikes, dort steht ein anderes vor einem Plakat „Heiligenhaus wird schöner“, zwei Männer auf Rennrädern lästern über eine Auszubildende, Kontext unklar, weiter unten kommt einem ein Inlineskater mit Walkingstöcken und Skifahrer-Anmutung entgegen.

Doch das war’s dann auch schon fast. Der Mehrheit der Heiligenhauser scheinen die 28 Grad der eben vergangenen Nacht noch zu stark in den Knochen zu stecken. „Verhältnismäßig wenig los, für das Wetter“, befindet etwa Ingrid Bökkler, angetroffen auf Höhe Wassermangel. Die Essenerin bewandert regelmäßig die Wege der Region, und das mit einem ziemlich flotten Stiefel. „Auf dem Radweg in Essen ist zu so einer Zeit immer die Hölle los.“ Auf dem Panoramaradweg ist sie zum ersten Mal, und ihre Erwartungen sind positiv übertroffen: „Schöne Strecke, schön beschildert und teilweise sehr schöne Aussichten“, überschlägt sie sich, ehe sie weiterwandert.

Auch Andreas Gruschka wundert sich, wie wenig der Radweg an diesem Tag frequentiert ist. Man fragt sich ja als Reporter, wie man einen Radfahrer zur Befragung anhalten soll, ohne seinen Unmut auf sich zu ziehen. Gruschka aber fotografiert gerade den alten Güterwaggon zwischen Moschee und dem neuen Kaffee Kult und kann nicht schnell genug weglaufen. Er und sein Mitfahrer fahren von Velbert aus immer in Richtung Wülfrath oder hierher. Auch während der Sperrung. Er sagt aber, „die Sperrung war aus Sicherheitsgründen richtig. Mancher hätte vielleicht die rumliegenden Äste übersehen und hätte sich langgelegt.“ Generell findet Gruschka den Radweg gelungen. „Nur manche nehmen keine Rücksicht. Neulich waren zwei Männer mit Hund vor uns, und der eine Mann war so: Ich geh nicht zur Seite, dann musst du eben für mich bremsen, scheiß drauf.“

Auch die neue Kaffeerösterei mit Gastronomie (WAZ berichtete) fällt Gruschka positiv ins Auge: „Wenn es angenommen wird, sehe ich da gute Chancen, die Lage ist gut. Selber drin war ich bisher aber noch nicht.“ Inhaberin Alexandra Liebergall selbst sagt übrigens, die Wiedereröffnung des Radwegs habe nach ihrer Einschätzung keinen signifikanten Unterschied gemacht. „Aber wir sind auch erst seit zwei Wochen da.“ Zu dieser Zeit um halb elf sitzen im Außenbereich nur vier Leute.

Ab elf kommt allerdings fühlbar mehr Verkehr auf den Radweg. War es zuvor ein Dutzend Fahrräder pro Viertelstunde ist es jetzt ein Dutzend alle fünf Minuten. Vielleicht wachen die Panorama-Radler also doch langsam auf. Laut Wetterbericht ist es die letzte Chance vor dem nächsten Gewitter.

Schildkröte gerettet

Der Panoramaradweg hält übrigens manchmal noch ganz andere Erlebnisse bereit. Es ist nämlich offenbar auch wieder Tier-Aussetz-Zeit. Julia Brünig, die den Radweg regelmäßig befährt, hat hier vergangene Woche noch eine Schildkröte gerettet.

 
 

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