Neue Optik für alten Güterbahnhof

Uwe Liebergall (r.) und seine Frau Alexandra vom Velberter Cafe Kaiser sind neue Inhaber des alten Heiligenhauser Güterbahnhofs. Die Architekten Jens Hecker und Jörn Hecker begleiten das Projekt. Foto: Detlev Kreimeier
Uwe Liebergall (r.) und seine Frau Alexandra vom Velberter Cafe Kaiser sind neue Inhaber des alten Heiligenhauser Güterbahnhofs. Die Architekten Jens Hecker und Jörn Hecker begleiten das Projekt. Foto: Detlev Kreimeier
Foto: WAZ FotoPool
Das Ehepaar Liebergall zieht mit seiner Kaffeerösterei in die ehemalige Lagerhalle ein. Es ist eine offene Architektur geplant. Der Besucher kann beim Rösten zuschauen.

Heiligenhaus.. „Wir lassen uns gerne über die Schulter schauen“, sagt Uwe Liebergall mit Blick auf die offene Architektur, die im Inneren des Lagerschuppens des alten Güterbahnhofs noch in diesem Jahr verwirklicht werden soll. Der Inhaber einer Kaffeerösterei verlagert seine Produktion wie berichtet von Velbert nach Heiligenhaus.

Ein echter Glücksfall für Heiligenhaus, findet Bürgermeister Dr. Jan Heinisch. Denn Schlange gestanden hätten ernsthafte Investoren beim Eigentümer der Immobilie nicht. Die Stadt hatte das dreiteilige Gebäude, dessen ältester Teil in Fachwerk ausgeführt ist und aus dem Ende der 1920er Jahre stammt, zusammen mit der Bahntrasse vor sechs Jahren erworben. Durchaus sei der Abbruch des nicht denkmalgeschützten Objektes Thema gewesen, um Platz zu schaffen für Neues. Aber für was? Der alte Güterbahnhof repräsentiere immerhin ein Stück Wirtschaftsgeschichte, betonte Heinisch beim offiziellen Pressetermin.

Nähe zum Panoramaradweg

In Alexandra und Uwe Liebergall hat die Stadt nun Investoren gefunden, die gerade die alte Bahnhofsarchitektur schätzen. „Die Dreiteilung ist optimal: Lager, Produktion und ein großer Cafébereich, das haben wir gesucht“, berichtet Uwe Liebergall, dem die Nähe zum Panoramaradweg sehr gut gefällt. Das Architekturbüro Hecker aus Velbert hat bereits Pläne ausgearbeitet, um der Immobilie zu einer neuen Optik zu verhelfen.

So sollen die Gebäudeteile von außen in ihren unterschiedlichen Materialien – Fachwerk, Holz, Stein – wirken. Zur Nordseite wird der Cafébereich um eine Terrasse erweitert. Angedacht ist zudem, einen der alten Bahnwaggons für die Ausflügler zur Verfügung zu stellen. Auch der Erhalt der alten Gleiskörper passe gut zum Ambiente, kann sich Architekt Jens Hecker vorstellen. Im Inneren kann der Besucher dann eine Tasse des aromatischen Heißgetränks genießen und gleichzeitig bei der Röstung zuschauen.

Rund 50 Kaffeesorten hat Uwe Liebergall im Angebot, die mit entsprechendem Zubehör für die Zubereitung zu Hause auch vor Ort gekauft werden können. „Wir haben den Kopf voller Ideen, was wir noch alles machen können“, zeigt sich Uwe Liebergall enthusiastisch. Kleinkunst im „Kaffee Kult“ zum Beispiel oder Dokumentationen aus der Welt der Plantagen und Veredlung von Spitzenbohnen. Man darf gespannt sein.

 

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