Musikalisches Frühlingserwachen

Stimmgewaltig ging’s in der Kant-Aula zu, als der MGV Heimatklänge gemeinsam mit der Männer-Chorgemeinschaft Velbert auftrat.
Stimmgewaltig ging’s in der Kant-Aula zu, als der MGV Heimatklänge gemeinsam mit der Männer-Chorgemeinschaft Velbert auftrat.
Foto: WAZ FotoPool
Der MGV Heimatklänge und die Velberter Männer-Chorgemeinschaft gaben ein gemeinsames Konzert in der Kant-Aula. Vor allem eine junge Solistin überzeugte.

Heiligenhaus..  „So soll es sein und ewig bleiben“, erklang der „Traum vom Glück zu zweit“ am Samstagabend in der Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums. Sanft bis schmissig, jedenfalls immer mit voller Sangesfreude, ging es zu, als der Heiligenhauser MGV Heimatklänge 1911 und die 2009 zusammengelegte Männer-Chorgemeinschaft aus Velbert die immer wieder neuen Wunder des Frühlings mit inhaltsreichem und zeitlos schönem Liedgut besangen.

Vom Abendfrieden bis Porterlied

Das Publikum zeigte sich über dieses Liedgut hocherfreut, von Franz Schuberts „Abendfrieden“, das die MGV mit viel Andacht darbot, bis zum trinkfreudigen „Porterlied“ aus Friedrich von Flotows Oper „Martha“, das von der Chorgemeinschaft mit Verve geschmettert und von den Zuhörern mit heftigem Applaus quittiert wurde.

Am Flügel begleiteten Folkwang-Dozent Lothar Welzel von der Velberter Chorgemeinschaft und die dort studierte junge Pianistin A-Reum Kim den Männergesang. MGV und Chorgemeinschaft traten ausdrücklich nicht gegeneinander an, stellten sie eingangs klar, sondern gemeinsam als Ausdruck ihres partnerschaftlichen Selbstverständnisses.

So glänzten auch alle Solisten aus den Reihen der Männersänger in etwa gleich hell. Norbert Stevens zeigte einiges komödiantisches Talent, als er mit dem Bierkrug in der Hand den Trinker sang. Michael Schlupkothen vollführte mit „Hörst du das Lied der Berge, die Berge, sie grüßen dich“ inbrünstige Stimmakrobatik. Auf der Kosakenhochzeit gab Willi Springenberg mit der rundesten Männer-Solostimme des Abends den Kolja, der sich vom MGV zuprosten ließ.

Die Krone erhielt der Liederabend aber von Inga Schäfer. Die junge Mezzosopranistin (Jahrgang 1988) hat an der Folkwang-Hochschule Bratsche und Gesang studiert und schon in einigen namhaften Produktionen mitgewirkt. „Und ich kenn mich selbst nicht mehr“, sang sie als Diva Clivia, die chromatischen Partien der berühmten Habanera aus „Carmen“ brachte sie mit großer Bestimmtheit dar. Für die überzeugenden Auftritte in der Rolle erhielt die junge Sängerin mit dem majestätischen Auftreten ungeteilten Zuspruch.

Übrigens: Der gemeinsame Auftritt der Heiligenhauser und Velberter Chöre war von langer Hand geplant. Schon 2004 konzertierten sie gemeinsam im Forum Niederberg, der Gegenbesuch ist vielleicht der Beginn dessen, was vor vielen Jahren nicht denkbar war. „Heute überwindet die Musik diese Grenzen“, sagt Roland Gzuk, 2. Vorsitzender der Heimatklänge.

 
 

EURE FAVORITEN