Lehrernacht mit lauter Schülern in Heiligenhaus

Der Literaturkurs des Immanuel-Kant-Gymnasium führt Anfang Juni das Stück „Lehrernacht“ von Bodo Kirchhoff auf. In den vergangenen Wochen haben die Schülerinnen und Schüler eifrig geprobt
Der Literaturkurs des Immanuel-Kant-Gymnasium führt Anfang Juni das Stück „Lehrernacht“ von Bodo Kirchhoff auf. In den vergangenen Wochen haben die Schülerinnen und Schüler eifrig geprobt
Foto: H.W.RIECK
Literaturkurs des Kant-Gymnasiums führt Stück von Bodo Kirchhoff auf. Nach anfänglichen Schwierigkeiten laufen die Proben jetzt rund

Die letzten Proben laufen, die Aufregung steigt. In der Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums stehen die Schüler und Schülerinnen des Literaturkurses auf der Bühne und proben ihr Stück „Lehrernacht“. Schließlich ist in gut einer Woche Premiere.

Lehrer Jörg Potthaus leitet den Literaturkurs und auch die Theateraufführung. Er war es auch, der die Idee hatte, das Stück aufzuführen. Denn der Lehrer lernte in seinem Urlaub am Gardasee den Autor Bodo Kirchhoff kennen, danach entstand der Gedanke, ein Kirchhoff-Stück für die Aufführung auszuwählen. Die Wahl fiel auf „Lehrernacht“. In diesem Stück sitzen einige Pädagogen abends im Lehrerzimmer zusammen und diskutieren über den möglichen Schulverweis für einen Schüler. Er wird beschuldigt, eine Mitschülerin vergewaltigt zu haben. Im Laufe des Stückes treten immer mehr persönliche Konflikte zwischen den Lehrern auf, die für eine hitzige und lebendige Diskussion sorgen.

Jörg Potthaus erzählt, dass die erste Herausforderung das passende Arrangement des Stückes gewesen sei. In Absprache mit den Schülern sei dann vieles gekürzt und dahingehend verändert worden, dass das sonst sehr text- und sitzbasierte Stück mit einigen Interaktionen und Bewegungen versehen wird, um es lebendiger für die Zuschauer zu machen.

Antonia Banning war zunächst nicht zu hundert Prozent vom Stück überzeugt. „Anfangs war es etwas eintönig und sehr schwer, sich das Stück in der Gesamtheit vorzustellen“, erzählt die 19-jährige. Doch nach einigen Proben änderte sich das: „Nach und nach nimmt das Stück Form an, da man sich immer besser in seine Rolle reinversetzen kann und so auch die Interaktionen authentischer werden.“ Dass auf dem langen Weg zum fertigen Stück noch einige Schwierigkeiten auftreten, erzählt Rafaela Peters: „Das Erlernen des Textes hat schon einiges an Zeit in Anspruch genommen.“

Und auch Potthaus ist überzeugt davon, dass die Aufführungen am 2. und 3. Juni ein voller Erfolg werden: „In den letzten Wochen gab es eine Initialzündung, alles passte auf einmal gut zusammen“, erzählt der Deutsch-, Geschichts- und Religionslehrer.

Bleibende Erinnerungen

Auch Paula Timmermann freut sich auf die Aufführung: „Ich fühle mich in meiner Rolle einfach richtig wohl und hoffe deswegen, dass das Stück auf eine positive Resonanz stößt. Die Zeit mit der Gruppe war sehr schön und harmonisch, es ist ein starkes Gemeinschaftsgefühl entstanden.“ Sie ist sich sicher, dass diese Zeit und der Auftritt eine bleibende Erinnerung hinterlassen werden: „Ich werde mich in zehn Jahren wahrscheinlich nicht mehr daran erinnern, wer alles in meinem Mathekurs saß, aber an dieses Erlebnis“, so Paula weiter.

Und dieser Spaß ist auf Jörg Potthaus übergegangen. Er erzählt, dass er seine Entscheidung, nach zwölf Jahren Abstinenz wieder einen Literaturkurs zu übernehmen, nicht bereue. Er verspricht sich dank der eingängigen Thematik eine positive Publikumsresonanz, stellt aber den Spaß bei den schauspielernden Schülern in den Vordergrund.

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