Kuscheln auf’m Hof

In der Scheune von Gut Zehnthof gab es wieder Folk auf´m Hof. Diesmal musizierte die hemische Band Fricklesome Amsel mit der Gruppe Ceolma. Foto: Uwe Möller WAZ FotoPool
In der Scheune von Gut Zehnthof gab es wieder Folk auf´m Hof. Diesmal musizierte die hemische Band Fricklesome Amsel mit der Gruppe Ceolma. Foto: Uwe Möller WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Die Bonner Band „Ceolma“ lieferte ein gelungenes Warm-Up. Mit „Fricklesome Amsel“ wurde später in den Mai getanzt.

Heiligenhaus.. Die Heizstrahler blieben kalt. Denn die Körperwärme der Folk-Fans reichte vollkommen aus, um die gesamte Scheune des Zehnthofes zu erwärmen. In diesem Jahr wurde nicht nur in den Mai „gefolked“, sondern auch (wenn auch etwas unfreiwillig) in den Mai gekuschelt. Schulter an Schulter drängte sich das Publikum vor der Bühne, als die Heiligenhauser Traditionsband „Fricklesome Amsel“ loslegte.

Parkplätze sind schon wenige Minuten nach Beginn des Musikspektakels „Folk auf’m Hof“ absolute Mangelware. Einmal auf dem Zehnthof angekommen, lässt sich auch erahnen, warum: Dicht an dicht drängen sich die Menschen rund um die große Scheune. Aus dieser mischt sich leise Musik unter das laute Gemurmel. Die Bonner Band „Ceolma“ bringen das Heiligenhauser Publikum schon mal in Folk-Stimmung. Bei einigen mag das jedoch schon vor jedem musikalischen Ton die leckere Maibowle erledigt haben.

Einmal quer durch die keltische Musikwelt

Stefan Decker (Whistles), Werner Nitsche (Gitarre, Vocals) und Uwe Beyer (Bodhrán) überzeugen auf der Bühne der Heiligenhauser Traditionsveranstaltung mit einer Reise quer durch die keltische Musikwelt. Dabei dürfen natürlich die typisch irischen Jigs und Reels nicht fehlen. „Es gibt einfach Stücke, die müssen dabei sein. Wenn die nicht gespielt werden, sind eingefleischte Folkfans enttäuscht. Aber die Band bekommt den Mix aus Moderne und Tradition wirklich gut hin“, lobt Felix Wascher die eingängige Musik des Bonner Trios. Und tatsächlich „Ceolma“ harmonieren wunderbar mit einander, obwohl sich die Band erst 2010 am wohl grünsten Feiertag des Jahres, dem St. Patricks Day, gründete.

„Fricklesome Amsel“ hingegen sind schon zwar alte Hasen auf der Bühne, des Spielens aber noch lange nicht müde. Hannes Johannsen, Peter Klaus, Rike Ullenbaum und Sebastian Zimmermann gehören musikalisch gesehen einfach zu Heiligenhaus – so wie Whisky zu Irland.

Wie im heimischen Wohnzimmer

Die Musik der „Amseln“ ist so abwechslungsreich wie das Wetter auf der grünen Insel. Stürmisch wilde Sets wechseln sich mit Rockballaden ab, die so sanft sind wie der Wind auf den Weiden Irlands. Doch die Heiligenhauser Traditions-Band überzeugt nicht nur mit jeder Menge Talent an den Instrumenten, sondern auch mit der unglaublichen Nähe zu ihrem Publikum. Es fühlt sich immer ein bisschen so an, als würden die vier Musiker im heimischen Wohnzimmer für Freunde spielen.

Nur war dieses mal das Wohnzimmer ein wenig voller als selbst die Amseln das erwartet hatten.

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