Kunstquadrat sucht kulturelle Hirngespinste in Heiligenhaus

Der Künstler Thoams Pischke von "Kunstquadrat" sucht Ideen für die Gestaltung der Stadt.
Der Künstler Thoams Pischke von "Kunstquadrat" sucht Ideen für die Gestaltung der Stadt.
Foto: WAZ FotoPool
Das Heiligenhauser Kunstquadrat hielt auf dem Stadtfest Ausschau nach kreativen Bürgern. Umsetzbar müssen ihre Ideen nicht unbedingt sein.

Heiligenhaus..  Ein Freizeitpark auf dem leerstehenden Kiekert-Gelände, eine Blumenwiese auf dem Dach des Rathauses, oder doch lieber ein Schwimmteich mit rosa Flamingos am Rande des Panoramaradwegs? All dass sind wunderbare Ideen, die unserem Kopf entspringen, wenn wir der Fantasie mal freien Lauf lassen würden. Künstler Thomas Pischke ist beim Stadtfest--Sonntag auf der Suche nach genau diesen Hirngespinsten. Zusammen mit seinen Kollegen vom Kunstquadrat sucht der Heiligenhauser Ideengeber aus seiner Heimatstadt. Ob er wirklich fündig wird, ist zwar fraglich, „aber einer muss den Stein des Anstoßes geben“, findet Pischke.

„Das soll Kunst sein? Das kann ich auch“. Ein Satz, den Thomas Pischke schon oft gehört hat und bei dem er sich jedes Mal denkt: „Ja, dann mach doch einfach mal.“ Laut dem Heiligenhauser steckt in jedem Menschen nämlich ein kleiner Künstler, der einfach nur darauf wartet, herausgelassen zu werden. Kunst sei mittlerweile so vielfältig geworden, dass man nicht unbedingt ein zweiter Picasso am Pinsel seien muss, um sich auszuleben. Eine wahre Spielwiese für Neugierige und auch alte Hasen auf dem Gebiet bietet die „Street Art“, also Kunst im öffentlichen Raum. Eines braucht es hier aber auch: Ideen.

Genau das wurde allerdings bei der letzten Sitzung des Kulturkomitees von den Vertretern der Stadt bemängelt. „Dabei gibt es in der Stadt knapp 26 000 potenzielle Ideengeber, man muss sie nur ansprechen“, sagt Thomas Pischke. Das Stadtfest kommt dem Heiligenhauser bei seiner Suche nach verrückten Ideen zu Gute. Gerade am letzten Tag nutzen die Menschen nämlich noch einmal die Chance, über die Vereinsmeile zu bummeln. Kommen sie am Stand des Kunstquadrates vorbei, nutzt der Künstler mit den Teufelshörnchen am Hut die Gelegenheit, auf die Besucher zuzugehen.

Aktiv nach Ideen suchen

Auf einem Silbertablett werden ihm die Ideen hier allerdings nicht präsentiert. „Einfach nur da sitzen und warten bringt nichts. Viele Menschen haben Scheu davor, weil sie denken, Kunst muss immer unglaublich aufwendig und teuer sein. Dabei stimmt das nicht. Die Ideen müssen sich noch nicht mal umsetzen lassen, Hauptsache es kommt was.“

Thomas Pischke selbst hat eine Idee für das nächste Stadtfest mitgebracht: Interessierte könnten für die vielen Poller am Straßenrand flauschige und knallbunte Woll-Überzüge häkeln. Wenn die Temperaturen im Mai 2014 auch im Keller sind, haben es dann wenigstens die Poller schön warm.

 
 

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