Klassische Klavier-Soli in der Heiligenhauser Dorfkirche

Jerome Lenssenkennt man eigentlich als Cellisten. Doch seit zwei Jahren hat er sich auch das Klavierspielen angeeignet – mit Erfolg.
Jerome Lenssenkennt man eigentlich als Cellisten. Doch seit zwei Jahren hat er sich auch das Klavierspielen angeeignet – mit Erfolg.
Foto: WAZ FotoPool
Neun junge Menschen spielten Stücke internationaler Komponisten, darunter Bach, Beethoven und Mozart. Preisträger von „Jugend musiziert“.

Heiligenhaus.  Beeindruckend war der Sonntagabend in der Dorfkirche, an dem die „Jugend musiziert“-Preisträger aus Heiligenhaus und Umgebung bereits zum sechsten Mal ein Konzert gaben. Neun junge Menschen spielten klassische Klaviersoli internationaler Komponisten, darunter Bach, Beethoven und Mozart.

Bevor es losging, war es Linda Stamm aus Heiligenhaus (Altersgruppe Ib, also 2004/2005 geboren) „schon ein bisschen kribbelig im Bauch“. Doch das verflog recht schnell, als Erika Otten vom Förderkreis zu Konzertbeginn neben dem Publikum auch die „kleinen Künstler“ begrüßte und einen vergnüglichen Abend wünschte.

Jüngster Teilnehmer ist vier Jahre

Moderator Prof. Matthias Brzoska bat den ersten Kandidaten ans Klavier. Philip Hahn, sage und schreibe vier Jahre alt, spielte die Sonatine von Muzio Clementi, als habe er schon jahrzehntelang dafür geübt. Linda schloss sich ihm an, und die Begeisterung des Publikums war mindestens genauso groß, denn so gefühlvoll, wie sie „Für Elise“ spielte, würde es kaum ein anderer schaffen.

Stella Mussinger und Sophie Theres Teubener waren mit jeweils zwei Stücken danach an der Reihe: ebenfalls eine Wohltat fürs Ohr.

Auch von Bachs „Kleinem Präludium“ und seinem Spieler Jonas Fußnagel (Altersgruppe II) waren die Zuhörer hin und weg. Weiter ging es mit einem gefühlvollen Werk, präsentiert von Sophie Molkentien, die die Tasten zart, kaum sichtbar berührte.

Mit einem Alterssprung ging es zu Jerome Lenssen aus Heiligenhaus, den man eigentlich als Cellisten kennt. Doch seit zwei Jahren hat er sich auch das Klavierspielen angeeignet und war überrascht, dass er so schnell Fortschritte gemacht hat. Trotz argen Lampenfiebers wurde ihm die Ehre zuteil, ein weiteres Mal vorzuspielen.

Alle anwesenden jungen Pianisten haben den ersten Preis in ihrer Altersgruppe gewonnen. Die letzten beiden Talente dürfen nächstes Wochenende gleich noch einmal ihre musikalischen Fähigkeiten unter Beweis stellen: beim Wettbewerb auf Landesebene.

Sie präsentierten auf dem Flügel definitiv das Highlight des Abends: Die einen Finger rennen über die Tasten, die anderen gleiten; die von Laetitia, der großen Schwester von Philip, hüpfen nur so voller Freude am Spiel. Die Zehnjährige sei vor ihrem großen Auftritt gar nicht aufgeregt, sagte sie stolz, weil sie schon zum zweiten Mal beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ teilnehme. Zudem ist schon sehr selbstbewusst, denn sie besucht bereits die siebte Klasse. Professor Brzoska lachte: „Sie hat sich ein bisschen gelangweilt.“

Brzoskas Sohn Alexander lässt die „Wilde Jagd“, die Franz Liszt erst mit 40 Jahren vollständig komponiert hat, voller Energie erklingen. Höchstkonzentration war angesagt; ein Kinderspiel für den Zwölfjährigen, der sich schon seit seinem achten Lebensjahr mit dem Tasteninstrument verbunden fühlt. Der Applaus der stolzen Eltern und aller anwesenden Musikinteressierten ließ die Isenbügeler Dorfkirche erbeben.

Zum Schluss lobte Erika Otten noch einmal alle kleinen und großen Künstler und wünschte ihnen alles Gute, verbunden mit dem weisen Ratschlag: „Talent ist das eine, aber Üben ist das andere.“

 
 

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